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Terror in Pakistan: Afghanische Taliban verurteilen Massaker

Pakistan hat nach dem Überfall von Taliban-Extremisten auf eine Schule die Todesstrafe wieder eingeführt. Mehr als 140 Tote, darunter mindestens 132

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Pakistan hat nach dem Überfall von Taliban-Extremisten auf eine Schule die Todesstrafe wieder eingeführt. Mehr als 140 Tote, darunter mindestens 132 Kinder – das ist die traurige Bilanz des Anschlags der pakistanischen Taliban auf die vom Militär geführte Schule in Peshawar. Überlebende sind traumatisiert: “Wir haben uns im Umkleideraum versteckt und uns tot gestellt. Bei uns haben es die Angreifer geglaubt aber zwei andere – darunter eine Lehrerin – haben sie einfach in den Kopf geschossen, um sicher zu gehen, dass sie tot sind. Den Körper der Lehrerin haben sie anschließend verbrannt.”

Der Überfall auf die Schule war nach Angaben der pakistanischen Taliban ein Racheakt für Offensiven der Armee an der Grenze zu Afghanistan. Die Region gilt als Stammesgebiet der pakistanischen Taliban. Pakistans Premierminister Nawaz Sharif nannte die Tat eine “nationale Tragödie” und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Der Anschlag wurde international verurteilt. Auch Narendra Modi, Regierungschef von Pakistans Erzfeind Indien, übermittelte Sharif telefonisch sein Beileid. In Schulen in ganz Indien gedachten Kinder der Toten in Pakistan.

Unterdessen haben sich afghanische Taliban von dem Massaker distanziert. Obwohl auch bei ihren Anschlägen regelmäßig Zivilisten getötet werden, bezeichnete ein Sprecher die absichtliche Tötung unschuldiger Kinder und Frauen als “unislamisch”. Die Taliban in Afghanistan und Pakistan sind organisatorisch getrennt, arbeiten jedoch zusammen. Sie wollen den Sturz der jeweiligen Regierung und die Errichtung eines islamischen Staates.