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Viel Kino in Riga: Filmfestival und Lettischer Filmpreis

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Viel Kino in Riga: Filmfestival und Lettischer Filmpreis

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Im lettischen Riga geht ein reiches Jahr als Europäische Kulturhauptstadt zu Ende mit großen Kinohighlights noch kurz vor Schluss. Neben der Europäischen Filmpreisgala fand dort auch die Verleihung de

Im lettischen Riga geht ein reiches Jahr als Europäische Kulturhauptstadt zu Ende mit großen Kinohighlights noch kurz vor Schluss. Neben der Europäischen Filmpreisgala fand dort auch die Verleihung des lettischen Filmpreises statt im Rahmen des internationalen Filmfestivals von Riga.

Und den Hauptpreis, den “großen Christoph” für den besten Film, erhielt Janis Nords für “Mother, I Love You”. Der Streifen wurde außerdem in den Kategorien bester Regisseur und Beste Schauspielerin geehrt. Es geht um einen begabten aber pubertierenden Jungen, der aus der Bahn schießt, zum Kummer seiner alleinerziehenden Mutter.

Janis Nords ist Anfang 30 und studierte in Großbritannien. Bereits 2008 erschien sein Spielfilmdebüt, “Amatieris”. Und dann dauerte es eine ganze Weile bis zum nächsten Film.

Janis Nords: “Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Regisseurs. Man muss viele Jahre arbeiten und warten, bevor der Dreh beginnen kann. Auch die Schauspieler und das Drehteam verlangen viel Geduld, endlose Wiederholungen. Ein Take, zwei Takes, 3 Takes. Lass uns die Einstellung wechseln. Und immer wieder geht es von vorn los.”

In der Rolle als überforderte Mutter ist die Lettin Vita Varpina zu sehen, eigentlich eine Theaterschauspielerin. “Mother, I Love You” ist ihr erster Spielfilm. Die 46-Jährige kann sich weitere Filmrollen vorstellen, am Liebsten mit Regisseur Janis Nords.

Vita Varpina: “Ich habe selbst zwei Kinder, die etwas jünger sind, als der Junge in dem Film. Ich glaube, Kino zeigt uns, was im wirklichen Leben mit uns geschieht. Meine Kinder wollen manchmal auch nicht hören. Und dann werde ich ungeduldig. Das ist wohl das Los aller Mütter.”

Den Preis für den Besten Schauspieler nahm Janis Amanis entgegen, für seine Rolle als Trainer und Sportlegende in dem historischen Streifen “Dream Team 1935”. Der Film von Aigars Grauba handelt vom Sieg des lettischen Nationalteams bei der ersten Basketball-Europameisterschaft der Herren im Jahr 1935. Der Film bekam außerdem die Preise für den Besten Schnitt und die Besten Kostüme.

Den Preis für das Lebenswerk schließlich überreichte die große Filmdame Liv Ullman an das Ehepaar Ivars Seleckis und Maija Selecka, die seit Jahrzehnten gemeinsam eindrucksvolle Dokumentarfilme machen.

Der lettische Filmpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Die Gala wurde in diesem Jahr vom Frühjahr in den Dezember verlegt, um zeitgleich mit der Verleihung des Europäischen Filmpreises stattzufinden.

Wolfgang Spindler, euronews: “Ein großartiger Moment für die lettische Filmindustrie, nicht jedes Jahr wird dieser Preis vergeben, weil in Lettland jährlich nicht genügend Filme produziert werden. Doch viele der wenigen Filmproduktionen machen weltweit eine glänzende Karriere auf internationalen Filmfestivals und kommen beim heimischen Publikum glänzend an.”