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Kolumbien: FARC kündigt unbegrenzten Waffenstillstand an

Zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs haben die kolumbanischen FARC-Rebellen einen Waffenstillstand "auf unbestimmte Zeit" angekündigt. Beginnt nun eine neue Ära in Kolumbien?

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Kolumbien: FARC kündigt unbegrenzten Waffenstillstand an

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Kolumbiens linksgerichtete Farc-Guerilla hat zum ersten Mal eine einseitige Feuerpause ausgerufen, die auf unbestimmte Zeit gelten soll. Am 20. Dezember um Mitternacht soll sie in Kraft treten. Seit November verhandelt die FARC unter kubanischer Vermittlung wieder mit Kolumbiens Regierung. Ein Vertreter der FARC erklärte in Havanna: “Diese einseitige Waffenruhe, von der wir hoffen, dass sie anhält, wird nur dann zu einem Ende kommen, wenn unsere Guerillaorganisation von der Armee angegriffen wird.”

220.000 Menschen sind in dem seit 50 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt bislang umgekommen. Millionen wurden vertrieben. Vertreter der Verhandlungsparteien pflanzten gemeinsam in einer Zeremonie einen symbolischen Baum. Ein Opfervertreter ist sichtlich bewegt: “Als Kolumbianer bin ich stolz auf diesen Baum, der für ein neues Kolumbien steht, wo das Leben geachtet wird. Dieser Baum gibt mir wieder Hoffnung. Vielen Dank.”

Die Regierung unter Staatschef Juan Manuel Santos konnte sich jedoch nicht zu einem gegenseitigen Waffenstillstand durchringen. Die Friedensverhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna gehen nun in eine kritische Phase. Die Abgabe der Waffen durch die FARC-Rebellen soll als Nächstes diskutiert werden.