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Putin bereitet Russen auf längere Krise vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Russen auf eine längere Dauer der gegenwärtigen Krise vorbereitet. Die Wirtschaftsprobleme Russlands

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Putin bereitet Russen auf längere Krise vor

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Russen auf eine längere Dauer der gegenwärtigen Krise vorbereitet. Die Wirtschaftsprobleme Russlands könnten bis zu zwei Jahre andauern, sagte Putin vor Journalisten in Moskau. Der Rubel könne bei einem fallenden Ölpreis weiter an Wert verlieren. Auch Einschnitte im Haushalt seien möglich.

Nach Putins Auffassung ergreifen die russische Zentralbank und die Regierung aber die richtigen Maßnahmen zur Lösung der Krise. Es gebe Fragen danach, ob die Regierung und die Zentralbank zum richtigen Zeitpunkt eingegriffen hätten und über die Beschaffenheit der Maßnahmen. Alles in Allem seien ihre Aktionen aber angemessen und korrekt.

Nach Putins Darstellung verfügt Russland allein an Währungsreserven über rund 419 Milliarden US-Dollar. Angesichts des massiven Rubelverfalls will die russische Regierung das nationale Bankensystem mit mehr als 13 Milliarden Euro stützen. Putin versicherte, das Land werde seinen sozialen Verpflichtungen nachkommen. Die Währungsreserven der Zentralbank und die Polster der Regierung seien solide.

Angesichts des Rubelverfalls und der dramatisch gesunkenen Kauftkraft ist in Russland ein regelrechter Kaufrausch ausgebrochen. Weil sie weitere Verluste bei ihren Ersparnissen befürchten, kaufen viele Russen Haushalts- und andere Konsumgüter ein.

Für euronews sprach Oleksandra Vakulina mit Angus Campbell, Senior Analyst bei FXPro, über Wladimir Putins Pressekonferenz.

Oleksandra Vakulina, euronews: “Uns ist nun Angus Campbell zugeschaltet, Senior Analyst bei FxPro. Angus, wir haben alle sehr intensiv Wladimir Putins jährliche Pressekonferenz verfolgt. Konzentrieren wir und auf die Wirtschaft. Russlands Präsident hat gesagt, die wirtschaftliche Situation sei hauptsächlich durch ‘äußerliche Faktoren’ verursacht worden. Stimmt das, oder gibt es auch interne Faktoren? SInd das vorübergehende Probleme, oder sprechen wir über strukturelle Schwächen in Russlands Wirtschaft?”

Angus Campbell: “Ich denke, es ist eine Kombination aus beiden, externen und internen Faktoren. Natürlich ist der wichtigste externe Faktor der Ölpreis, der sich fast halbiert hat. Das hat große Folgen für die russische Wirtschaft. Deshalb sind die Investoren nervös. Es gibt aber auch interne Faktoren. Der Verfall des Wertes der Währung hat einen inflationären Effekt für die Preise in Russland. Im nächsten Jahr wird man mit Sicherheit sehen, wie die Preise für verschiedene Produkte, etwa Elektroartikel und andere Dinge, sehr viel höher sein werden.”

euronews: “Putin sagt, ich zitiere, ‘unter den ungünstigsten, externen wirtschaftlichen Bedingungen könnte diese Situation noch zwei Jahre lang weitergehen’. Wie schlimm kann es werden, bevor es wieder besser wird.”

Angus Campbell: “Wenn wir sehen, dass es sich mit dem Ölpreis und dem Rubel etwas beruhigt, dann könnte es weniger als zwei Jahre dauern. Es könnte schneller für Russland gehen, sich zu erholen. Im schlimmsten Fall könnte es die russischen Banken noch mehr treffen, wenn der Rubel noch weiter verfällt. Und er könnte weiter verfallen, wenn weitere Sanktionen gegen Russland verhängt würden. Und natürlich auch, wenn der Ölpreis weiter sinken würde.”