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Russen wollen Autos kaufen - Hersteller stellen Lieferungen ein

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Russen wollen Autos kaufen - Hersteller stellen Lieferungen ein

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Die Russen wollen kaufen, die Autobauer stellen ihre Lieferungen ein. Viele russische Kunden wollen ihre Ersparniss in Wertgegenstände investieren, anstatt dem Rubel-Verfall tatenlos zuzusehen. Für die Hersteller und Händler bedeutet der schwache Rubel jedoch, dass die Gewinne umgerechnet in Euro oder US-Dollar schrumpfen.

Wladimir Rjabuschko ist Direktor eines Moskauer Autohauses: “Wir beobachten, dass die Preise weiter steigen werden”, sagt er. “Es werden neue Autos geliefert werden – aber zu neuen Preisen. Unglücklicherweise, oder sollte ich sagen glücklicherweise, wissen wir nicht, wie groß dieser Preisanstieg werden wird. Ich kann unseren Bürgern nur raten, jetzt ein Auto zu kaufen, denn die Preise werden weiter steigen.”

Die ersten Autobauer haben ihre Verkäufe in Russland bereits gestoppt. Sie wollen die aktuellen Preise überprüfen und anpassen. Wegen der Kursschwankungen wolle man die Geschäftsrisiken mindern, hiess es seitens der Industrie.

Der Rubel erholte sich indes ein wenig, nachdem Russlands Finanzminister Anton Siljuanow bestätigte, dass sein Ministerium ausländische Währung verkauft habe. Außerdem erwartet man, dass Exporteure verstärkt US-Dollar verkaufen. Der Rubel lag am Ende der Woche bei 60 bis 62 Dollar.

Auch die Kapitalflucht aus Russland hat zugenommen: Immer mehr Menschen und Investoren bringen ihr Geld ins Ausland, um es vor dem Kursverfall zu schützen. Und für die Russen selbst wird es teurer, im Ausland Urlaub zu machen.