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Terrorangriff überschattet Präsidentenwahl in Tunesien

In Tunesien hat die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Überschattet wird der Wahltag von einem Angriff auf ein Abstimmungsbüro in der Provinz

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Terrorangriff überschattet Präsidentenwahl in Tunesien

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In Tunesien hat die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Überschattet wird der Wahltag von einem Angriff auf ein Abstimmungsbüro in der Provinz Kairouan südlich von Tunis. Dabei wurde nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Sonntag ein Angreifer
getötet und ein Soldat verletzt. Es ist das erste Mal seit der Jasminrevolution, dass etwa 5,3 Millionen Tunesier ihren Staatschef bei einer freien und direkten Abstimmung wählen können.

“Wir haben das nationale Recht und wir müssen dieses Recht ausüben. Es ist Gottes Wille, dass Tunesien stabil bleibt und eine gute Zukunft hat”, so eine Frau auf der Straße. Geschäftsmann Samir Rekik ergänzt: “Tunesien muss seine Dynamik wiederfinden und seinen Platz wieder einnehmen, den es viele Jahre innehatte, seine geostrategische Bedeutung in der Mittelmeerregion.”

Favorit ist der 88 Jahre alte langjährige Regierungspolitiker Beji
Caid Essebsi, der im November die erste Runde gewonnen hatte. Gegen
ihn tritt der Übergangsstaatschef Moncef Marzouki an. Die Wahl schließt einen nach dem Arabischen Frühling 2011 begonnenen
Demokratisierungsprozess in Tunesien ab. Wegen Terrordrohungen sind 100.000 Soldaten und Polizisten im Einsatz. Mehr als 100 Wahllokale in
Gebieten, die als unsicher gelten, öffnen später und schließen
früher.