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Die letzten Tage des Ceausescu-Regimes

Er war unumschränkter Herrscher und dachte, seine Macht würde ewig halten: der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu ließ sich selbst als „Genie der

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Die letzten Tage des Ceausescu-Regimes

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Er war unumschränkter Herrscher und dachte, seine Macht würde ewig halten: der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu ließ sich selbst als „Genie der Karpaten“ bezeichnen.

Während viele Rumänen in Armut lebten, genossen er und seine Frau nahezu unbegrenzten Wohlstand. Das Ehepaar lebte in Villen und häufte große Reichtümer an. Dieses Leben der Ceausescus endete im Dezember 1989. Am 16. Dezember demonstrierten die Einwohner der Stadt Timișoara gegen die drohende Zwangsversetzung ihres Pfarrers László Tőkés, Armee und Geheimdienst schossen auf die Demonstranten.

Fünf Tage später in Bukarest: Ceausescu wollte die Demonstrationen von Timișoara auf einer Großkundgebung verurteilen. Aus der Menge ertönten Buhrufe und Pfiffe. Wieder fallen Schüsse.

Von diesem Tag an kam das Land nicht mehr zur Ruhe. In zahlreichen Städten gab es Proteste. Ceausescu rief den Notstand aus und floh aus Bukarest. Ιn der Stadt Târgoviște nahm eine lokale Miliz Ceausescu fest.

Der Prozess gegen den Diktator fand am Heiligabend 1989 statt. Ihm wurde unter anderem Völkermord durch Hunger und fehlende medizinische Versorgung von zehntausenden Rumänen vorgeworfen. Ceausescu wurde zum Tod verurteilt.

Das Urteil wurde einen Tag später vollstreckt. Prozess und Hinrichtung wurden gefilmt. Zwei Tage später verkündet das Staatsfernsehen offiziell das Urteil des Militärgerichts und den Tod des Ehepaars Ceausescu sowie die Beschlagnahme des Eigentums der Beiden.

Die Revolution in Rumänien gilt als blutigste des Jahres 1989. Wenige Monate später, im Mai 1990, wurde in dem Land ein neues Parlament und ein neuer Präsident gewählt.