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Massaker bei Stammesvolk im indischen Bundesstaat Assam

Aufständische haben im Dschungel im Nordosten Indiens mindestens 63 Ureinwohner erschossen. Dutzende sind schwer verletzt und werden im Krankenhaus

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Massaker bei Stammesvolk im indischen Bundesstaat Assam

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Aufständische haben im Dschungel im Nordosten Indiens mindestens 63 Ureinwohner erschossen. Dutzende sind schwer verletzt und werden im Krankenhaus behandelt. Mehrere Menschen werden vermisst. Die Armee schickte Tausende Soldaten in die schwer zugänglichen Gebiete im Bundesstaat Assam. Die Polizei erklärte, die Sicherheitskräfte gingen im Dschungel mit Großaufgeboten gegen die Aufständischen vor. Die Täter gehören nach Polizeiangaben zu den Bodo-Rebellen: zu einer militanten Gruppe, NDFB (National Democratic Front of Bodoland), die für mehr Autonomie in der Region kämpft. Die Toten seien Angehörige von Stammesvölkern, die in den Teeplantagen der Region arbeiteten.

Im Kabinett in Neu-Delhi wurde eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten. Der zuständige Minister Kiren Rijiju sagte: “Dies ist eine Tragödie. Die örtliche Bevölkerung muss unbedingt wieder Vertrauen zur Regierung fassen. So etwas darf nicht wieder vorkommen.” Die Aufständischen hätten wahrscheinlich einen Vergeltungsschlag durchgeführt, sagte Polizei-Generalinspekteur S. N. Singh. Die Sicherheitskräfte seien jüngst verstärkt gegen die Guerilla-Kämpfer vorgegangen. Erst am Sonntag seien zwei Bodo getötet worden.

In meheren Orten, wie etwa in Neu-Delhi, demonstrierten Dutzende gegen die Aufständischen und warfen gleichzeitig der Regierung vor, nicht genug zum Schutz der Stammesvölker zu tun. Im Bundesstaat Assam demonstrierten Ureinwohner vor der Polizeiwache von Sonitpur. Als sie diese angriffen, erschoss die Polizei drei Demonstranten.

Bodo-Rebellen kämpfen seit langem für die Unabhängigkeit von Indien. In den vergangenen drei Jahrzehnten starben bei Kämpfen mindestens 10.000 Menschen.