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Euro in der Zinsklemme

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Euro in der Zinsklemme

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Trotz Kritik aus Deutschland treibt die Europäische Zentralbank (EZB) die Vorbereitungen für den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil voran. Gleichzeitig treibt die Spekulation auf steigende Zinsen in den USA in diesem Jahr den Dollar auf immer neue Höhen. 2014 legte der Greenback das stärkste Jahr seit mindestens einem Jahrzehnt hin.

Das Ergebnis: Lang vorbei der Mai 2014, als der Euro 1,40 Dollar wert war. Aktueller Tarif: Rund 1.20 – 14 Prozent weniger und so niedrig wie seit 4,5 Jahren nicht.

Ein ziemlich dauerhaftes Szenario, vermutlich. Eine Zinswende nach oben ist in Europa noch nicht mal zu ahnen. Wenigstens solange die Wirtschaft in den USA stärker boomt als in Europa.

“Die Zinsen sind seit langem sehr, sehr niedrig,” so EZB-Chef Mario Draghi – “und das wird wahrscheinlich noch eine Zeit so bleiben.”

Europas Ferntouristen mögen stöhnen, Autofahrer schimpfen, dass der billige Ölpeis nur gedämpft bei ihnen ankommt – der niedrige Euro macht Europas Industrie konkurrenzfähiger, zumindest theoretisch. Und Inflationsfans haben ihren Spaß – was in Dollar verrechnet wird, kommt teurer.

su mit Reuters, dpa