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Konjunktur: Wer hilft dem alten Europa im neuen Jahr auf's Pferd?

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Konjunktur: Wer hilft dem alten Europa im neuen Jahr auf's Pferd?

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Die Kaufkraft steigt, die Wirtschaft in der Euro-Zone hat zum vergangenen Jahresende etwas zugelegt. Der Einkaufsmanagerindex für Dienstleister und Industrie kletterte im Dezember um 0,3 auf 51,4 Punkte, so das Markit-Institut nach einer Umfrage unter rund 5.000 Unternehmen. 50 Punkte gelten als Wachstumsschwelle.

Zufrieden sind die Chef-Volkswirte trotzdem nicht. Der Zustand mancher Länder sei „alarmierend“. Im Schlussquartal 2014 habe die Wirtschaft im Währungsraum wohl höchstens um „magere 0,1 Prozent“ zugelegt, nach plus 0,2 Prozent im Sommer, hieß es bei Markit.

Es bestehe weiter die Gefahr, dass die Euro-Zone in diesem Jahr in eine Rezession zurückrutsche,

Jeremy Stretch, Währungsspezialist bei CIBC (Canadian Imperial Bank of Commerce), London:

“Wenn das so weitergeht mit der Schwäche der französischen Wirtschaft, dann wachsen die Sorgen in der Eurozone – das geht ans Eingemachte. Das ist die Hauptsorge. Gleichzeitig sind die Aussichten für Deutschland aber nicht ganz so mies wie es Ende des 4. Quartals den Anschein hatte.”

Also müssen die Währungshüter der Europäischen Zentralbank sich wohl weiter mit zwei Konjunkturgeschwindigkeiten abmühen – eine dritte, ein Aufschwung in den USA mit einem Ende der expansiven Geldpolitik, kommt noch dazu.

Der Werkzeugkasten der EZB – überschaubar.

Jane Foley, Forex-Strategin bei der Rabobank, London:

“Die Anleiherenditen sind jetzt durch die Bank extrem niedrig, und das Wachstum ist auch sehr gering. Da liegt nahe, dass eine marginale Senkung der jetzt schon sehr niedrigen Zinsen wahrscheinlich keinen Boom lostritt – weder beim Wachstum noch bei den Preisen.”

Kein Wunder, dass Reserven aus dem Euro abfließen, in der Hoffnung auf höhere Dollar-Zinsen.

Wo bleibt da das Positive?

Die deutsche Industrie hat sich in den vergangenen knapp 20 Jahren in der Globalisierung gut behauptet. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ist Deutschlands Anteil an der globalen industriellen Bruttowertschöpfung zwar im vergangenen Jahrzehnt um ein Drittel gesunken, von 9,2 auf 6,3 Prozent.

Aber die Wertschöpfung der heimischen Industrie stieg seitdem um 45 Prozent auf rund 561 Milliarden Euro.

su mit dpa, Reuters