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Euro-Preise sinken: Des einen Freud, des anderen Leid

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Euro-Preise sinken: Des einen Freud, des anderen Leid

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Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Dezember gesunken – zum erstenmal
seit dem Krisenjahr 2009. Der dramatische Absturz der Ölpreise drückte die jährliche Inflationsrate auf minus 0,2 Prozent, so die Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung. Im November lag die Teuerung noch bei 0,3 Prozent.

Die Energiepreise gingen zum Ausklang des Jahres um 6,3 Prozent zurück, im November waren es noch minus 2,6 Prozent gewesen. Die
Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak stagnierten im Dezember (+/- 0,0 Prozent). Bei Dienstleistungen gab es hingegen einen leichten Anstieg von 1,2 Prozent.

Der einen Freud – die Ölpreise stützen ab, das freut die Verbraucher. Der anderen Leid – fallende Verbraucherpreise setzen die Währungshüter unter Druck. Sie wollen eine Deflation verhindern – eine Spirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft. Die Europäische Zentralbank (EZB) definiert knapp unter 2 Prozent als Preisstabilität.

Peter Van Den Houte – Chefökonom Eurozone bei ING Belgien:

“Die Kaufkraft der Verbraucher steigt, das wäre die gute Sache. Andererseits könnten bei negativer Inflation die Löhne unter Druck kommen und für verschuldete Länder ist es auch unangenehm.”

Beobachter erwarten, dass die Notenbank am 22. Januar einen massiven Kauf von Staatsanleihen ankündigt.

su mit Reuters, dpa