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Ölpreisverfall: Zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Außenminister

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Ölpreisverfall: Zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Außenminister

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Die Ölpreise tauchen weiter ab: Zum erstenmal seit fast sechs Jahren ist der Preis für die wichtige Nordseesorte Brent unter 50 Dollar je Fass gerutscht. Öl kostet damit so wenig wie zuletzt im Frühjahr 2009, als der Welthandel nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers kollabiert war.

Hauptgrund für den Ölpreisverfall ist das Überangebot durch den Schieferöl-Boom (“Fracking”) in den USA, die höhere russische Förderung und das Festhalten der Opec-Länder an hohen Förderquoten.

Dieses Überangebot bei zugleich schwächelnder Nachfrage setzt den Preisen seit Juni zu. Sie haben sich seither mehr als halbiert.

Mike Ingram BGC, New York:

“Vor Weihnachten klingelten mir die Ohren – wie großartig der Ölpreisrückgang für den Verbraucher sei und für einen Anschub der Weltwirtschaft. Mit einigen unangenehmen Nebenwirkungen, ganz klar. Zum Beispiel mögliche geopolitische Spannungen, losgetreten von Ölproduzenten, ich denke da in erster Linie an Russland.”

“Saudi-Arabien signalisiert weiterhin keine Bereitschaft, die Produktion zu kürzen und auf Marktanteile zu verzichten”, sagte Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Frisch. Kurzfristig gebe es deshalb wenig Gründe für eine Erholung des Marktes.

Vereinzelt werden schon Preise von 20 Dollar je Fass für möglich gehalten.

su mit dpa, Reuters