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Frankreich: Geiselnehmer waren miteinander vernetzt

Die Geiselnehmer von Paris haben einander gekannt. Und die drei mutmaßlichen Attentäter stimmten ihre Taten miteinander ab. Das geht aus einem

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Frankreich: Geiselnehmer waren miteinander vernetzt

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Die Geiselnehmer von Paris haben einander gekannt. Und die drei mutmaßlichen Attentäter stimmten ihre Taten miteinander ab. Das geht aus einem Mitschnitt von Telefongesprächen hervor, die der Sender BFMTV ausstrahlte. Darin sagt Amedy Coulibaly, er habe sich mit den Brüdern Chérif und Said Kouachi abgesprochen.

Zwischen Coulibaly und Chérif Kouachi gab es schon seit Jahren Verbindungen. Beide waren Mitglieder der Pariser Islamistengruppe “Buttes-Chaumont”.
Kennen gelernt hatten sie sich im Gefängnis. Dort trafen sie auch den Islamisten Djamel Beghal. Er soll sie maßgeblich beeinflusst und geprägt haben. Beghal saß eine zehnjährige Haftstrafe wegen der Vorbereitung von Terroranschägen ab. Seit 2010 steht Beghal in Südfrankreich unter erweitertem Hausarrest. Dort besuchte Coulibaly ihn monatlich. Auch Cherif besuchte ihn.

Über Said Kouachi hingegen war bislang wenig bekannt. Er war nie straffällig geworden. Die “New York Times” berichtete aber, er sei 2011 in Jemen gewesen, in einem Ausbildungslager des dortigen Ablegers der islamistischen Al-Kaida-Gruppe. Demnach lernte Saïd Kouachi in Jemen einige Monate den Umgang mit Waffen.

Unklar bleibt die Rolle der vierten verdächtigen Hayat Boumeddine. Sie soll die Lebensgefährtin von Coulibaly sein und ist untergetaucht. Die Fahndung nach ihr war bislang erfolglos. Die junge Frau gilt als äußerst gefährlich und ist möglicherweise schwer bewaffnet.
Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat übernahm inzwischen die Verantwortung für die Attentate und drohte inzwischen mit einer größeren Terrorkampagne in Europa und den USA.