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"Birmingham völlig moslemisch" - Briten spotten über US-Terrorexperten

Steven Emerson sagte auf Fox News, es gebe in Großbritannien nicht einfach nur "No-go"-Gebiete: Es gebe ganze Städte - wie eben Birmingham - die vollkommen moslemisch seien und in die Nichtmoslems kei

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"Birmingham völlig moslemisch" - Briten spotten über US-Terrorexperten

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Der Mann mag eine Koryphäe sein, was das Wissen über moslemische Extremisten angeht:

Auf seiner Webseite jedenfalls preist sich Steven Emerson als "one of the leading authorities on Islamic extremist networks".

Aber: Man kann nun einmal nicht alles wissen – bei den Briten ist Emerson jetzt jedenfalls eher bekannt als derjenige, der aus Birmingham eine “moslemische Stadt”
gemacht hat.

Birmingham ist mit gut einer Million Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Land: Mit einer großen Einwandererbevölkerung, aber auch stolz auf seine Vielfalt.

Emerson, ein konservativer Amerikaner, sagte dem – ebenfalls amerikanischen und konservativen – Fernsehsender Fox News nun aber, es gebe in Großbritannien für Nichtmoslems nicht einfach nur “No-go”-Gebiete.

Er tat auch kund, es gebe ganze Städte - wie eben Birmingham - die vollkommen moslemisch seien und in die Nichtmoslems keinen Fuß mehr setzten.

Davon wussten bisher nur noch nicht so viele Briten etwas, allen voran ihr Regierungschef.

Der teilte mit, er habe sich beim Frühstück bald an seinem Porridge verschluckt, einem Haferbrei, der als ein Nationalgericht gilt. Emerson, so David Cameron, sei ganz klar ein Vollidiot.

Der Spott im Internet ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten:

“Queen musste Islam annehmen. Bild zeigt sie mit ihrem Hidschab”, unterschrieb ein Twitternutzer ein Bild der Königin mit Kopftuch.

Birmingham heiße jetzt nur noch Birming, denn “ham”, also Schinken, sei für Moslems schließlich unrein, ulkte ein anderer.

In Birmingham war aber für den amerikanischen Islamismus-Experten – der sich zuvor über Frankreich geäußert hatte und auch Deutschland nicht ausnahm – noch lange nicht Schluss:

In Teilen von London, so fuhr Emerson auf Fox News fort, gebe es eine islamische Polizei, die jeden zusammenschlage, der sich nicht an die islamische Kleiderordnung
halte.

Zumindest für die Aussagen über Birmingham – mit gut zwanzig Prozent Moslems, laut Volkszählung von 2011 – entschuldigte sich Emerson inzwischen.

Er will außerdem etwas für das Kinderkrankenhaus in Birmingham spenden. Welche Verbindung das zu seiner Aussage hat, ließ er aber offen.

Viel besser machte Emerson seine Lage auch mit der Entschuldigung nicht, in der er von der “beautiful city”, der wunderschönen Stadt Birmingham sprach.

Das wirkte auf viele nun wieder etwas überzogen – andere englische Städte mögen wunderschön sein, aber selbst für seine größten Anhänger gehört Birmingham nicht
unbedingt dazu.