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Das Raumschiff hat angedockt - Besuch im Musée des Confluences

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Das Raumschiff hat angedockt - Besuch im Musée des Confluences

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Das neue Musée des Confluences in Lyon reist durch Epochen und Galaxien mit dem Wunsch, die Geschichte der Menschheit greifbar zu machen.

Das Musée des Confluences, ein Koloss aus Glas, Stahl und Beton, ist das neue Symbol der französischen Stadt Lyon. Zehn Jahre dauerten die Bauarbeiten und verschlangen knapp 300 Millionen Euro. Der Raumschiff-ähnliche Bau befindet sich, wie sein französischer Name besagt sagt, am Zusammenfluss von Rhône und Saône.

Hélène Lafont-Couturier, Direktorin des Musée des Confluences
“Dieses Museum trägt seinen Namen zu Recht. Aber es geht über den Standort hinaus. Dieses Museum steht wirklich für die Philosophie der Begegnung, für den Austausch und die Darstellung unterschiedlicher Blickwinkel. Wir bieten wir einen vielschichtigen Blick auf unsere Sammlungen, alle Ausstellungsthemen haben eine interdisziplinäre Herangehensweise.”

Auf 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das Museum Highlights aus seiner reichhaltigen, über zwei Millionen Objekte umfassenden Sammlung.
Dabei geht es darum, die Geschichte der Menschheit greifbar zu machen.

Nicolas Dupont, Chefkurator: “Wir haben uns recht philosophische Fragen gestellt, die sich Menschen in allen Gesellschaften gestellt haben. Die Frage nach dem Ursprung des Lebens, der Entstehung der Welt und der Menschheit, die Frage nach dem Platz des Menschen in der Natur, nach der Organisation der Gesellschaft, dem Tod… All das sind Themen, die wir in unseren Ausstellungen behandeln.”

Unter dem Dach des Museums hat auch das Mammut, das vor 150 Jahren nur zwei Kilometer von hier entdeckt wurde, einen Platz gefunden.

Diverse Fossilien erinnern an die Anfänge des Lebens auf der Erde. Um diese Urzeit zu erklären, lädt ein Ausstellungsabschnitt zur Reise ins All, vorbei an Meteoriten, Mondgestein und Sternenstaub.

Frédéric Ponsard, euronews : “In Museen darf man für gewöhnlich nichts anfassen, nur anschauen. Doch hier wird man dazu eingeladen, die Objekte zu berühren, wie z.B. diesen Meteoriten. Können Sie uns mehr dazu sagen?”

Nicolas Dupont, Chefkurator: “Ja, wir haben uns in der Tat über dieses Verbot hinweggesetzt und erlauben es den Besuchern authentische Ausstellungsstücke zu berühren. In einem Museum träumen alle davon, nicht nur anschauen, sondern auch berühren zu können, z.B. diesen 630 Kilogramm schweren Meteoriten.”

Die Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung der Arten wird in einem anderen Ausstellungsteil gestellt. Zu sehen sind zahlreiche Tierpräparate, die man hier ganz genau unter die Lupe nehmen kann.

Nicolas Dupont, Chefkurator: “Es wird oft vergessen, dass der Mensch nur eine Spezies von vielen ist, eines von 5000 Säugetieren. Ganz zu schweigen von den 10.000 Vogelarten, von denen wir 200 in einer spektakulären musealen Szenografie vorstellen.”

Viele unterschiedliche Kulturen sind mit Ausstellungsobjekten vertreten, von den Inuit bis zum Volk der Inka. Der Rundgang durch die Menschheitsgeschichte endet in einem Raum, der einem eher unerwarteten Thema gewidmet ist, dem Tod.

Nicolas Dupont, Chefkurator: “Wir befassen uns auch mit zeitgenössischen Themen, indem wir eine Ausstellung mit einem Ausblick auf das aktuelle Geschehen beenden. Wir reisen durch die Zeit, beleuchten eine moderne Problematik und befassen uns in diesem Fall zum Beispiel zum Abschluss mit dem Werk des zeitgenössischen Lyoner Künstlers Jean-Philippe Aubanel, das an die Eitelkeit, die Vergänglichkeit des Menschen erinnert.”

Der vom Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au konzipierte Bau ist die Hauptattraktion des nagelneuen Viertels, das gerade am Zusammenfluss von Rhône und Saône entsteht mit vielen architektonischen Highlights, wie dem künftigen (grasgrünen) Sitz von euronews.

Der rege Besucherandrang lässt darüber hinwegsehen, dass das Museum so lange brauchte für seine Vollendung und dass es um so vieles teurer wurde, als geplant.