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"Charlie Hebdo": Weltweit fünf Millionen Exemplare verkauft

Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” nach dem Terroranschlag von Paris hat zu einem Ansturm auf die Kioske geführt. Die

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"Charlie Hebdo": Weltweit fünf Millionen Exemplare verkauft

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Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” nach dem Terroranschlag von Paris hat zu einem Ansturm auf die Kioske geführt. Die ersten 700.000 Exemplare der neuen Ausgabe waren in Frankreich in wenigen Stunden verkauft. An den rund 27.000 Zeitungskiosken und anderen Verkaufsstellen im Land hieß es bereits am Mittwochvormittag: “Nichts geht mehr”.

In der neuen Ausgabe des Satiremagazins werden die islamistischen Terroristen in Karikaturen als geistig minderbemittelte Idioten dargestellt. “Diese erste Seite”, so der “Charlie Hebdo”-Zeichner Luz, “ist genauso schwer zu verdauen, wie der Tod unserer Freunde.”

Solange die Ermittlungen laufen, sind die Journalisten und Zeichner von “Charlie Hebdo” vorübergehend in der Redaktion der Tageszeitung “Libération” untergebracht. Die hohe Auflage dieser ersten Ausgabe in Frankreich und 25 weiteren Ländern nach den Terroranschlägen ist für Chefredakteur Gérard Briard Anlass zur Hoffnung: “Diese Ausgabe bewirkt, dass nun jeder ‘Charlie Hebdo’ kennenlernen wird, wissen wird, was diese Zeitung ist und was sie verkörpert”, sagt er.

Weltweit wurden rund fünf Millionen Exemplare verkauft. Für Frankreich ist das ein Rekord, selbst nach dem Tod von General De Gaulle wurden lediglich zwei Millionen Exemplare der Zeitung “France Soir” abgesetzt. Für Kioskbetreiber war der Andrang ein außergewöhnliches Erlebnis. “Ich habe noch nie eine so lange Schlange vor der Tür gesehen. Ich bin seit 20 Jahren hier, aber eine solche Schlange habe ich noch nicht gesehen”, meint einer von ihnen.

Chefredakteur Gérard Briard hat wohl recht. Die Satirezeitschrift hat viele neue Leser bekommen. “Für mich ist das wichtig, denn so lerne ich ‘Charlie Hebdo’ kennen. Vielleicht gibt mir das Anlass, das Blatt auch zukünftig zu kaufen. Angesichts der Situation glaube ich, dass wohl alle Franzosen heute ‘Charlie Hebdo’ kaufen werden”, sagt eine junge Frau, die gerade ein Exemplar ergattert hat. Ein Mann meint: “Das ist ein Symbol, ein Symbol für die Meinungsfreiheit. Ich war kein regelmäßiger Leser, aber das wir sich nun ändern.”

Auf der aktuellen Titelseite von “Charlie Hebdo” ist ein weinender Prophet Mohammed mit einem Schild mit der Aufschrift “Ich bin Charlie” zu sehen. Darüber steht in großen Buchstaben “Alles ist vergeben”. Am Sitz der Redaktion des Satiremagazions in Paris wird weiter um die Opfer getrauert.