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Neue Gesetze: Internationale Einzelhändler in Ungarn auf dem Rückzug

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Neue Gesetze: Internationale Einzelhändler in Ungarn auf dem Rückzug

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In Ungarn schließt der Einzelhandels-Marktführer Tesco 13 von 222 Filialen. Das könnte nach Medienberichten (“Magyar Nemzet”, “origo.hu”) 500 bis 600 Stellen kosten.

Als Gründe werden die für das Unternehmen um das 60fache erhöhte “Lebenmittelaufsichtssteuer” angegeben, aber auch Benachteiligungen unter anderem durch die Abschaffung des verkaufsoffenen Sonntags.

Nigel Jones, Geschäftsführer von Tesco Ungarn vor der Filiale Nyergesújfalu nördlich von Budapest:

“Eine der Gesetzesänderungen geht so: Unternehmen, die in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht profitabel sind, müssen den Markt verlassen. Also müssen unsere Läden unbedingt profitabel bleiben.”

Die neuen Sondersteuern auf Supermarktketten treffen vor allem die Großen der Branche wie Spar, Tesco oder Auchan. So machen internationale Unternehmen laut Branchenkennern etwa 15 Prozent ihrer Umsätze an Sonntagen.

Auch im heimischen Großbritannien ist Tesco angeschlagen. Konkurrenzdruck zwingt zu Kostensenkungen, 43 unprofitable Geschäfte sollen schließen.

József Saling, Präsident der Gewerkschaft der Einzelhandels-Mitarbeiter in Ungarn:

“Unsere Aufgabe als Gewerkschaft ist, die Mitarbeiter zu schützen, einen anderen Job für sie oder eine faire Abfindung zu erreichen, wenn sie keinen anderen Job in einem anderen Tesco bekommen können.”

Regierungskritiker hatten hinter den neuen Regeln den Versuch vermutet, große Handelskonzerne aus Ungarn zu entfernen. So gelten einige Einschränkungen erst ab einer bestimmten Umsatzschwelle.

Ausländische Handelsketten setzten 2013 knapp ein Viertel mehr um (5.4 Milliarden Euro) als ungarische Ketten (4,5 Milliarden Euro).

Beatrix Asboth, euronews, Nyergesújfalu:

“Die neuen Regeln treffen auch alle anderen großen Einzelhandelsketten, zB Auchan und Spar. Im Moment wollen sie zwar in Ungarn bleiben. Aber Spar will weniger investieren und gibt einige seiner Läden per Franchise weiter. Auf kurze Sicht hat Tesco diesen Schritt nicht vor.”