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Reaktionen auf türkische "Charlie-Hebdo"-Ausgabe

Die Zeitung "Cumhuriyet" hat als Beilage eine verkürzte "Charlie-Hebdo"-Ausgabe mitgeliefert. Das umstrittene Titelbild fehlte, war aber - viel kleiner - im Inneren der Zeitung zu sehen.

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Reaktionen auf türkische "Charlie-Hebdo"-Ausgabe

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Unter Schutz steht die türkische Zeitung “Cumhuriyet” sowieso immer, jetzt aber noch mehr.

“Cumhuriyet” hat an diesem Mittwoch als Beilage einen Teil der neuen “Charlie-Hebdo”-Ausgabe mitgeliefert, in einer verkürzten Ausgabe von vier Seiten.

Das umstrittene Titelbild mit dem islamischen Religionsgründer Mohammed fehlte, war aber – wenn auch sehr viel kleiner – im Inneren der Zeitung zu sehen.

Zwei Kolumnisten hatten die Zeichnung verwendet; der Chefredakteur distanzierte sich davon.

Die Zeitung wolle dazu beitragen, eine gewisse Wahrnehmung des Islam zu verändern, sagt aber Mustafa Kemal Erdemol, ein bekannter Journalist bei “Cumhuriyet”.

Manche fänden eben Vorwände, um andere zu töten. Indem man Charlie Hebdo abdrucke, gehe man gegen diese Denkweise an.

Unter den – überwiegend moslemischen – Türken sind die Meinungen geteilt.

“Ich stecke da in einem Dilemma”, sagt ein Mann in Istanbul. “Aus Sicht der Pressefreiheit sollte das gedruckt werden. Aber wenn es um Respekt für verschiedene Glaubensrichtungen geht, ist eine Abbildung von Mohammed im Islam eben nicht hinnehmbar. Das sollte im Westen respektiert werden.”

“Meinungsfreiheit heißt, das jeder schreiben darf, was er will”, meint dagegen ein anderer. “Freiheit ist die Freiheit von Minderheiten. Freiheit kann man daran messen, wieviel Freiheit Andersdenkende haben.”

“Ich bin strikt dagegen”, sagt ein dritter Mann. “Das hier ist ein islamisches Land, und so etwas ist nicht gut. Es ist nicht gut, unseren Propheten zu karikieren, und als Moslems wollen wir sowas auch nicht.”