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Belgische "Charlie"-Händler bedroht - "Wir machen alles so wie immer"

Der Prophet Mohammed auf dem Cover der ersten Charlie-Hebdo-Ausgabe nach dem Attentat: Das ist auch in Belgien für einige offenbar eine Provokation

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Belgische "Charlie"-Händler bedroht - "Wir machen alles so wie immer"

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Der Prophet Mohammed auf dem Cover der ersten Charlie-Hebdo-Ausgabe nach dem Attentat: Das ist auch in Belgien für einige offenbar eine Provokation. Zeitungshändler in der Kleinstadt Jette in der Nähe von Brüssel haben Drohungen erhalten. Sie wollen sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen: “Wir machen alles so wie immer”, so einer der Händler. “Wir öffnen so wie jeden Tag, wir verkaufen so wie jeden Tag.” Es habe viele Vorbestellungen gegeben. “Aber wir wollten nichts zurücklegen. Sonst haben wir hier drei Exemplare pro Woche, jetzt hatten wir mindestens 100 Anfragen, deswegen wollten wir nichts reservieren.”

Meinung

Diese Karikatur wurde nicht mit guten Absichten veröffentlicht, sie soll eine Beleidigung sein.

“Charlie Hebdo” macht weiter wie gewohnt. Für die einen ist das ein Ausdruck von Meinungsfreiheit, für die anderen Gotteslästerung. In Istanbul protestierten gläubige Muslime gegen den Abdruck der Karikatur in der türkischen Zeitung Cumhuriyet. Das regierungskritische linksnationalistische Blatt war nach der Veröffentlichung am Mittwoch von der Polizei kontrolliert worden. Zudem verbot ein Gericht die Publikation des Charlie-Titels im Internet. “Der Prophet ist unsere rote Linie”, so die Demonstrantin Sumeyya Ocal. “Der Islam lobpreist die Propheten anderer Religionen. Diese Karikatur wurde nicht mit guten Absichten veröffentlicht, sie soll eine Beleidigung sein. Das wird seit Jahren so gemacht.”

Protest auch in Pakistan. Hunderte Gläubige demonstrierten in verschiedenen Städten des Landes. Das Parlament verabschiedete eine Resolution, die “die Veröffentlichung blasphemischer Karikaturen in einer französischen und anderen westlichen Zeitungen” verurteilt. Diese Medien sollten verboten werden, alle Kopien sollten konfisziert und verbrannt werden, so der Minister für religiöse Angelegenheiten.