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Wintermärchen in den Japanischen Alpen


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Wintermärchen in den Japanischen Alpen

Nur etwa zwei Stunden von Tokio entfernt liegen die japanischen Alpen und sie versprechen ein exotisches Skierlebnis. Pisten, Pulverschnee und Schneeaffen in heißen Quellen. In der ersten Ausgabe von “Japan Life” entdecken wir das Winterparadies im „Land der aufgehenden Sonne.”

Snowboarderin Abi Takizawa fasst zusammen: “In Hakuba ist die Schnee-Qualität einfach einzigartig.” Skilehrer Hirokazu Yoshizawa fügt hinzu: “Weil es hier so viel frischen Schnee gibt, nennen wir das Tal Schneeparadies.”

Für Snowboarderin Marika Sota sieht Hakubas Landschaft wie ein Gemälde aus. “Mit diesen Bergen rundherum geht man völlig in der Natur auf, und das finde ich wunderschön.“

Die drei Freunde leben in Hakuba. Das Skigebiet liegt im Norden der japanischen Alpen, die auch das “Dach von Japan” genannt werden. Sie sind jeden Tag auf der Piste, trainieren und gehen ihrer Leidenschaft nach.

Majestätische Bergketten, die bis zu 3.000 Meter hochreichen, umgeben das Tal. Legenden wie “Herminator” Hermann Maier haben hier Geschichte geschrieben – während der Olympischen Winterspiele von Nagano 1998.

Nach einem langen Tag auf der Piste ist es Zeit für Erholung. Nordöstlich von Nagano entdecken wir etwas, das die Japaner seit Jahrhunderten heiß und innig lieben: Thermalquellen, “Onsen” werden sie hier genannt.

Als vulkanisch aktives Land hat Japan Tausende von heißen Quellen über das ganze Land verstreut – mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Ein Bad in dem mineralreichen Wasser steht für Reinheit, Frieden und Harmonie – die natürlichen Mineralien sollen Krankheiten heilen.

Expertin Masae Ono unterstreicht: “Traditionell sagen wir: Die Seele offenlegen, das bedeutet den Geist und den Körper reinzuwaschen und in Einklang miteinander zu bringen. Man sagt auch, dass ein Bad in einem Onsen für ein langes Leben sorgt.”

Aber nicht nur die Menschen lieben die Thermalquellen. Im Höllental bietet sich ein einmaliges Bild: Wilde Schneeaffen sitzen glückselig in dem dampfenden heißen Wasser vulkanischen Ursprungs.

Die am nördlichsten lebenden Primaten der Welt entspannen sich gemeinsam stundenlang im Wasser bei einer angenehmen Temperatur von 40 Grad. Sie schlafen, spielen und lausen sich.

Wir lassen die Schneeaffen zurück und machen uns auf den Weg nach Nagano, wo die Neujahrsfeierlichkeiten bereits in vollem Gange sind. Familie Takeuchi verbringt die wichtigsten Feiertage im Jahr gemeinsam.

Tochter Makiko hat einen bunten Kimono angezogen, eine jahrhundertealte Tradition. Makiko sagt: „Ich habe mir diesen Kimono selbst ausgesucht. Ich finde die runde Form der Chrysantheme besonders schön. Wenn ich den Kimono trage, dann fühle ich mich aufrecht und guten Mutes.“

Es ist Zeit für das erste Frühstück des Jahres – ein traditionelles Festmahl. Auf dem Menu der nächsten drei Tage: “Osechi ryori”, das “Glücks-Essen”. Makika hat es mit ihrer Familie gemeinsam vorbereitet.

Jedes der bunten Gerichte hat eine besondere Bedeutung, zum Beispiel ein Geld, Gesundheit oder Glück. Makiko erklärt das Gericht “Kamaboko”: “Das Surimi hat die Form der aufgehenden Sonne, um das neue Jahr zu feiern. Wir haben es ausgeschnitten, damit es besonders schön aussieht. Später möchte ich diese Gerichte auch mit meinen Kindern zubereiten und diese Tradition an die nächste Generation weitergeben.“

Reporterin Katharina Kaun: “Von den japanischen Alpen geht es nun Richtung Süden. In der nächsten Ausgabe von “Japan Life” entdecken wir die Inseln des Seto-Binnenmeers. Dort gibt es nicht nur einen berühmten Schrein, sondern auch ein Paradies für Fahrradbegeisterte und eine Kunstinsel der besonderen Art.“

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