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Ölpreisverfall: Katzenjammer in der US-Ölindustrie

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Ölpreisverfall: Katzenjammer in der US-Ölindustrie

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Der führende US-Öldienstleister Schlumberger reagiert mit einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen auf den Ölpreisverfall. 2015 sollen weltweit 9.000 Stellen gestrichen werden, 7,5 Prozent der Belegschaft. Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die niedrigeren Rohstoffpreise und die vermutlich sinkende Ölförderung in diesem Jahr.

Rund 296 Millionen Dollar Aufwand für den Personalabbau sind in den Schlumberger-Zahlen des vierten Quartals 2014 bereits enthalten. Die Sparzwänge machen auch vor dem Fracking nicht halt, bei dem Öl und Gas aus tiefer gelegenen Erdschichten unter Einsatz von Wasser und Chemikalien gepresst wird. Auf das Projekt Eagle Ford Shale wurden erst einmal 200 Millionen Dollar abgeschrieben.

Gleichzeitig treffen die Währungsturbulenzen das Unternehmen in Houston, Texas. Allein die Aktivitäten in Venezuela wurden wegen der Dollarstärke um gut 400 Millionen Euro abgewertet. Schlumberger dürfte als erste der großen Energie-Aktien der Wall Street mit seinen Zahlen den Trend setzen. Der Quartalsgewinn brach verglichen zum Vorjahr von 1,43 Milliarden Euro auf 260 Millionen Euro ein.

Seit Sommer haben sich die Ölpreise mehr als halbiert. Für viele kleinere Firmen rechnet sich die Produktion wegen der niedrigen Preise nicht mehr. Die Förderindustrie, die in den letzten
Jahren eine treibende Kraft des US-Wachstums und -Arbeitsmarkts war, streicht, wo sie kann.

Schlumbergers Rivalen Halliburton und Baker Hughes hatten Mitte November eine Fusion bekanntgegeben, um Kosten zu senken.
ConocoPhillips, der drittgrößte US-Ölkonzern, will seine Investitionen 2015 um ein Fünftel kappen. Exxon Mobil und Chevron legen Ende Januar/Anfang Februar Zahlen und Ausblick vor. Der Stahlkonzern US Steel will zwei Rohrwerke schließen. Auch der britische Ölriese BP hat schon angekündigt, in den nächsten Monaten Jobs abzubauen.

“Wenn die Ölpreise da bleiben, wo sie sind, kommt keines dieser Unternehmen mit einer Runde Stellenabbau aus,” meint Robin Shoemaker, Analyst bei KeyBanc Capital Markets.

su mit Reuters, dpa