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Weltweiter "Charlie"-Protest: Vier Tote im Niger

Viele muslimische Länder veruteilen die Attentate von Paris, kritisieren aber den Titel des neuen Hefts. Im Niger kamen bei Protesten vier Menschen ums Leben.

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Weltweiter "Charlie"-Protest: Vier Tote im Niger

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Muslime weltweit haben gegen die von der Satirezeitung Charlie Hebdo am Mittwoch neu veröffentlichten Mohammed-Karikaturen protestiert.

Meinung

Wir sind hier, um gegen die Beleidigung unseres Propheten zu demonstrieren.

Nach dem Freitagsgebet gingen in Algier zwischen 2000 und 3000 Menschen auf die Straße. Schilder trugen die Aufschrift “Wir sind alle Mohammed”. Einige Demonstranten warfen Steine. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen als sie versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Auch in der Türkei, in Istanbul, protestierten zahlreiche Gläubige gegen die Darstellung ihres Propheten. Einige Anhänger einer radikalislamischen Gruppierung identifizierten sich mit den Attentätern von Paris. Sie riefen “Ich bin Kouachi” und bezeichneten die Kouachi-Brüder als Märtyrer. Die beiden algerisch-stämmigen Männer waren in der vergangenen Woche nach ihrem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo von der Polizei erschossen worden. Ein Demonstrant sagte: “Wir sind hier, um gegen die Beleidigung unseres Propheten zu demonstrieren und um die traditionellen Totengebete für unsere verlorenen Brüder zu verrichten.”

Auch in Pakistan wurde – unter anderem vor dem französischen Konsulat in Karachi – gegen die umstrittenen Karikaturen demonstriert. Dabei wurde ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP schwer verletzt.

Bei Protesten gegen Charlie Hebdo im Niger kamen vier Menschen ums Leben, ein Polizist und drei Zivilisten. Unter anderem wurde ein französisches Kulturzentrum in Brand gesetzt.