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Griechenland: Von Iren lernen heißt wachsen lernen

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Griechenland: Von Iren lernen heißt wachsen lernen

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Von Athen nach Dublin sind es für Krisenmanager mehr als 3.800 Kilometer – Lichtjahre trennen das Krisenland in Südosteuropa vom Ex-Krisenland im Nordwesten.

Im Dezember 2013 entkam die Insel nach drei Jahren Abhängigkeit von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission als erster Sorgenstaat der Eurozone der Troika-Aufsicht. Seither geht es bergauf.

Athen, bitte nicht nachlassen, appellierte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde in Dublin:

“Für die Finanzmärkte geht es immer um Zuverlässigkeit. Aus unserer Sicht ist das Land Verpflichtungen eingegangen. Um seiner selbst willen und mit dem Blick auf seine wirtschaftliche Erholung muss es Strukturreformen anpacken, sie werden sehnlichst erwartet und wir hoffen natürlich, dass es seinen Verpflichtungen nachkommt.”

Ende Dezember hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Notkredite für Griechenland bis zur Bildung einer neuen Regierung ausgesetzt. „Schulden sind Schulden, und das ist ein Vertrag“, so die IWF-Chefin (laut “The Irish Times“).

Der irische Volkswirtschafts-Professor Constantin Gurdgiev am Trinity College in Dublin plädiert gegenüber James Franey (euronews) für Milde:

“Griechenland braucht effektiv einen Marshallplan für Investitionen, das wissen wir. Griechenland braucht eine erhebliche Abschreibung seiner Schulden …. das ist für Europa eine Stunde der Wahrheit, vergleichbar mit der deutschen Vereinigung. Je länger wir die Stunde der Wahrheit hinauszögern, desto schmerzhafter wird es – nicht nur für Griechenland, sondern auch für den Rest der Eurozone.”

Bittere Lektion für Griechenland: Irland hat die Krise abgeschüttelt, mit fünf Prozent Wachstum (2014, laut Forschungsinstitut Esri), und elf Prozent Arbeitslosen, Tendenz weiter heiter.

Doch seither bekommen Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner um bis zu 20 Prozent weniger als vor dem Crash, die Einkommen im öffentlichen Dienst fielen um 14 Prozent.

Weil die damalige Regierung 2008 den irischen Großbanken einen Blankoscheck ausgestellt hatte, war die Troika im November 2010 dem bankrotten Staat mit 67,5 Milliarden Euro zu Hilfe gekommen.

su mit AFP, dpa