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Schwimmende Öllager sollen Druck von den Preisen nehmen

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Schwimmende Öllager sollen Druck von den Preisen nehmen

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Große Erdöl-Unternehmen wie Vitol, Trafigura und Shell lagern billiges Erdöl auf hoher See ein – so Schifffahrts- und Fachmaklerkreise nach Medienberichten (Reuters). Dafür mieteten sie für rund 35 000 Euro pro Tag Supertanker an, mit etwa einer halbe Milliarde Liter Fassungsvermögen (1 Barrel/Fass=159 Liter). Sie hoffen auf steigende Preise.

Sieht aber eher nicht danach aus:

Die Sorte Brent aus der Nordsee wurde zeitweise mit knapp über 48 Dollar je Barrel gehandelt.

Der Ölmarkt müsse selbst ein Gleichgewicht finden, so Saudi-Arabien und andere Mitglieder der (OPEC). Niedrigere Spritpreise würden sich auf lange Sicht ihre eigene Nachfrage schaffen.

Und der Iran, lange ein Verfechter geringerer Fördermengen in der ehemaligen Kartell-Organisation Erdöl exportierender Länder, hat die Losung ausgegeben: Wir kommen zur Not auch mit 25 Dollar je Barrel klar (Ölminister Bijan Namdar Zanganeh).

Seit Juni sind die Ölpreise wegen des weltweiten Überangebots bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage auf weniger als die Hälfte abgesackt.

Nach ersten Schätzungen wurden bisher bis zu 15 Millionen Barrel schwimmende Lagerkapazität gebucht. 2009 schwammen sogar Öllager mit mehr als 100 Millionen Barrel an Bord herum – klingt viel, ist aber nur etwas mehr als der weltweite Verbrauch an einem einzigen Tag.

su mit Reuters