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Video: IS-Miliz droht mit Tötung japanischer Geiseln

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” hat mit der Ermordung zweier Geiseln gedroht, die Japaner sein sollen. Die Regierung in Tokio solle innerhalb von

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Die Terrormiliz “Islamischer Staat” hat mit der Ermordung zweier Geiseln gedroht, die Japaner sein sollen. Die Regierung in Tokio solle innerhalb von 72 Stunden umgerechnet rund 170 Millionen Euro zahlen, sonst würden die Geiseln getötet, so die in einem Internetvideo veröffentlichte Forderung.

Die japanische Regierung habe die “dumme” Entscheidung getroffen, 200 Millionen Dollar (etwa 170 Millionen Euro) zum Kampf gegen den “Islamischen Staat” bereitzustellen, so der Kämpfer in dem Video. An Regierungschef Shinzo Abe gerichtet sagte er: “Auch wenn Sie mehr als 8500 Kilometer weit weg sind, haben Sie diesem Kreuzzug willentlich zugestimmt.” Abe hatte vor drei Tagen angekündigt, die Länder, die die IS-Miliz bekämpfen, mit umgerechnet 170 Millionen Euro zu unterstützen. Eine von den USA angeführte Militärkoalition geht in Syrien und im Irak gegen die Islamisten vor.

Das japanische Außenministerium sagte, es überprüfe die Echtheit des Videos. Sollte es tatsächlich von der Miliz stammen, sei “solch eine Androhung durch eine Geiselnahme unakzeptabel. “Wir sind sehr aufgebracht”, hieß es weiter. Dazu, ob man bereit sei, die Summe zu zahlen, wurden keine Angaben gemacht. Abe verlangte die sofortige Freilassung der Geiseln.

Bei den Geiseln handelt es sich offenbar um den Journalisten Kenji Goto, der im vergangenen Jahr nach einem Aufenthalt in Syrien verschwand. Seine letzter Post auf Twitter war nach Angaben der "International Business Times" ein You-Tube-Video, das ihn vor der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobani zeigen soll.

Bei der zweiten Geisel soll es sich um einen Mann namens Haruna Yukawa handeln. Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge befand sich Yukawa in Syrien auf einer Art Selbstfindungstrip. Er soll sich mit der “Freien Syrischen Armee” angefreundet haben. Im August 2014 wurden Yukawa und einige der Kämpfer den Berichten zufolge von der IS-Miliz geschlagen. Vor seinen Reisen nach Syrien lebte der Japaner demnach nach einigen Schicksalsschlägen als Obdachloser in Tokio.

Der in dem Video zu sehende Kämpfer spricht mit einem britischen Akzent. In den Videos, in dem die US-Geiseln James Foley und Steven Sotloff sowie die britischen Geiseln David Haines und Alan Henning enthauptet wurden, sprach ebenfalls ein Kämpfer mit britischem Akzent. Es könnte sich um den Kämpfer mit dem Pseudonym Jihadi John handeln.