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Jobs verschwinden: Das Ende der fetten Jahre in der Ölbranche

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Jobs verschwinden: Das Ende der fetten Jahre in der Ölbranche

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Das ist definitiv mehr als eine Delle: In der Mineralölindustrie setzt sich die Erkenntnis durch, dass sie sich wohl an niedrigere Ölpreise gewöhnen muss. Der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Billiton reagiert mit drastischen Massnahmen: Die Fracking-Bohranlagen auf dem US-Festland sollen bis Ende Juli von 26 auf 16 Anlagen abgebaut werden.

“Die weltweite Öl- und Gasindustrie geht in ein herausforderndes Jahr”, heißt
es bei der Ratingagentur Moody’s. Erkundungs- und Förderunternehmen würden wohl “zuerst getroffen” – aber auch Serviceanbieter sowie Pipeline-, Transport- oder Lagerfirmen dürften die Dominoeffekte verringerter Ausgaben bei den Bohrkonzernen spüren.

In der US-Service-Industrie streichen Halliburton und die gerade erworbene Baker Hughes 8.000 von insgesamt gut 140.000 Jobs. Innerhalb eines Monats kommen Branchenbeobachter auf insgesamt rund 17.000 gestrichene Posten, darunter auch 9.000 beim US-Unternehmemen Schlumberger.

Langfristig sehen Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs Investitionen im Wert von bis zu einer Billion Dollar in Gefahr.

In Deutschland trifft es direkte Zulieferer von Rohstoff-Förderunternehmen wie Armaturenhersteller und Pumpenbauer. Die Chemieindustrie freut sich.

Seit dem vorigen Sommer sind die
Preise für Öl der Sorten Brent und WTI um über die Hälfte auf unter 50 Euro je Barrel eingebrochen.

Die meisten Experten glauben aber immer noch nicht, dass Öl lange so billig bleibt. “Über kurz oder lang werden die Förderländer die Mengen
wieder verknappen”, meint der Chemieverband. “Schon im Laufe des Jahres 2015 dürfte der Ölpreis wieder steigen”, so auch Leon Leschus, Rohstoffexperte am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.

su mit dpa, AFP