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UNO ruft Konfliktparteien im Jemen zu Ende der Gewalt auf

Eigentlich sind hier Wachen und Bedienstete des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi unterwegs. Jetzt stehen sein Palast und das

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UNO ruft Konfliktparteien im Jemen zu Ende der Gewalt auf

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Eigentlich sind hier Wachen und Bedienstete des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi unterwegs. Jetzt stehen sein Palast und das dazugehörende Gelände in der Hauptstadt Sanaa unter der Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen. An diesem Dienstag stürmten sie den Komplex.

Meinung

Wir wollen nicht den Palast kontrollieren.

Der UN-Sicherheitsrat berief in New York eine Krisensitzung ein und forderte ein Ende der Gewalt. Der chilenische UNO-Botschafter Cristian Barros Melet sagte: “Die Mitglieder des Sicherheitsrats drängen alle Seiten im Jemen dazu, ihre Differenzen durch Dialog und Verhandlungen beizulegen und alle Gewalt zu beenden, politische Ziele zu erreichen und Provokationen zu unterlassen.”

Berichten aus dem Jemen zufolge ist Präsident Hadi in den Süden des Landes geflohen. In der Hauptstadt Sanaa wurde offenbar auch sein Wohnhaus Hadis angegriffen. Laut den Rebellen hat der Staatschef das Friedensabkommen mit ihnen gebrochen, weshalb sie wieder zu den Waffen gegriffen hätten. Die Rebellen wehren sich gegen die geplante Aufteilung des Landes in sechs Provinzen.

Ein Huthi-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Schiitentruppen hätten lediglich die Kontrolle über die Häuser der Palastwachen übernommen. “Wir wollen nicht den Palast kontrollieren”, sagte Daif al-Schami. “Wir haben nur unsere Einheiten in der Nähe stationiert, um mögliche Plünderungen zu verhindern.” Laut Al-Schami hätten die Palastwachen zuvor ihre Posten verlassen.

Mit ihrem Vorgehen wollen die Huthis vor der Ausarbeitung einer neuen Verfassung den Druck auf die sunnitisch dominierte Regierung erhöhen. Am Wochenende hatten die Huthis bereits Hadis Büroleiter entführt, am Montag lieferten sie sich stundenlange Gefechte mit dem Militär vor dem Präsidentenpalast. Ebenso nahmen sie die Gebäude des Staatsfernsehens und der offiziellen Nachrichtenagentur ein.