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Nach dem Tod des Königs: Fragezeichen zur saudischen Ölpolitik

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Nach dem Tod des Königs: Fragezeichen zur saudischen Ölpolitik

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Nach dem Tod von Saudi-Arabiens König Abdullah sind die zuletzt stark gefallenen Ölpreise leicht gestiegen: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete 49,68 US-Dollar,1,16 Dollar mehr als tags zuvor. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 1,01 auf 47,32 Dollar zu.

Wie geht es nach dem Tod des 91-jährigen mit dem Ölkartell Opec weiter – fragen sich viele.

Das Förderkartell aus zwölf Ländern hatte in den vergangenen Monaten – angeführt vom besonders einflussreichen Gründungsmitglied Saudi-Arabien – seine Strategie geändert.

Anstatt wie bisher mit mehr oder weniger Fördermenge auf Preisveränderungen zu reagieren, hatte sich die Opec in den vergangenen Monaten auf einen Preiskampf eingelassen, um ihre Marktanteile zu verteidigen. Seit vergangenem Sommer sind die Ölpreise um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Bedroht fühlt sich das Kartell vor allem von der stark gestiegenen Schieferölförderung in den USA. Als Folge des Preiskampfes sind in den vergangenen
Wochen zahlreiche amerikanische Bohrlöcher geschlossen worden. Große Öldienstleister begannen, massiv Personal abzubauen.

In ersten Reaktionen erwarteten Analysten eher keine umfassende Kehrtwende. Wichtig sei, ob der neue König Salman den langjährigen und einflussreichen Energieminister Ali Al-Naimi im Amt hält.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) fördert mehr als 40 Prozent des Rohöls und sitzt auf etwa drei Viertel der bekannten Reserven.

su mit dpa