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Griechisches Wahlergebnis kann Märkte nicht stoppen

Die billionenschwere EZB-Geldspritze der vergangenen Woche euphorisiert offenbar nachhaltig: Trotz des Sieges des Linksbündnisses Syriza in

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Griechisches Wahlergebnis kann Märkte nicht stoppen

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Die billionenschwere EZB-Geldspritze der vergangenen Woche euphorisiert offenbar nachhaltig: Trotz des Sieges des Linksbündnisses Syriza in Griechenland hat der deutsche Aktienmarkt seinen Rekordlauf fortgesetzt. Der Leitindex Dax erreichte zeitweise einen Spitzenwert von 10 744 Punkten, plus dreiviertel Prozent. Der Eurostoxx50 legte in einer ersten Reaktion 0,18 Prozent zu, Zürich sogar 1,16 Prozent.

Meinung

Die Märkte wissen ganz genau, den Griechen wird natürlich geholfen

“Der Sieg der Syriza bedeutet nicht den Austritt Griechenlands aus der Eurozone”, betonten Analysten der VP Bank aus Liechtenstein. Tsipras habe seine Rhetorik abgemildert.

Robert Halver, Baader Bank:

“Die Märkte wissen ganz genau, den Griechen, den wird natürlich geholfen. Sie treten nicht aus, weil es die Euro-Zone in ihrer Existenz gefährden würde, und wir kennen alle die EU-Finanzdiplomatie. Irgendeinen windigen Kompromiss wird man für Griechenland finden, der keinen offenen Schuldenschnitt nach sich zieht, aber einen verdeckten.”

Die Athener Börse fiel zeitweise um 5,5 Prozent. Der Index für die heimische Bankenbranche brach sogar um bis zu 12,3 Prozent ein.

Die Europäische Zentralbank hatte Anleihenkäufe im Umfang von gut 1,1 Billionen Euro angekündigt – sie sollen die Wirtschaft ankurbeln und Preisverfall auf breiter Front (Deflation) verhindern.

In Erwartung dessen griffen Anleger auch bei Staatsanleihen vieler europäischer Staaten beherzt zu.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf ein neues Rekordtief von 0,299 Prozent. Der Euro, der zuletzt arg gelitten hatte, konnte sich etwas stabilisieren und notierte bei 1,1237 Dollar. Brent Rohöl fiel weiter auf 48,79 Dollar je Barrel.

su mit dpa, Reuters