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Kohlenstoffspeicher Wald unter der Laser-Lupe

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Kohlenstoffspeicher Wald unter der Laser-Lupe

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Forscher haben eine Laser basierte Vermessungstechnologie entwickelt, mit der sich die CO2-Speicherkapazität des Waldes genau erfassen lässt.

Wälder sind Kohlenstoffspeicher und von maßgeblicher Bedeutung für das Klima. Wie stark diese Pufferwirkung des Waldes ist, hängt von seiner Biomasse und seinem Wachstum ab.Das individuelle Speichervermögen eines einzelnen Baumes ließ sich bislang nur auf rabiate Weise messen: abholzen und wiegen.

Doch Forscher am University College of London haben eine schonende, Laser basierte Vermessungstechnologie entwickelt, mit der sich der Wald Millimeter genau erfassen und seine Speicherkapazität präzise beziffern lässt, ohne dafür Bäume zu roden.

Ihre Technologie könnte eine wichtige Rolle bei der globalen Überwachung der weltweiten CO2-Speicher im Rahmen des UN-Schutzprogamms REDD spielen, das sich für den Erhalt der Wälder einsetzt.

Mathias Disney, University College of London: “Mit unserer Lasermethode kann man den Umfang eines Baumes genau vermessen. Wenn das Baumvolumen feststeht, kann man die Holzdichte bestimmen. Und mit dem Baumvolumen und der Holzdichte lässt sich Biomasse berechnen. Mit dem Laserscanner ermitteln wir quasi das Gewicht des Baumes.”

Dabei kommt eine Lasertechnologie namens LIDAR zum Einsatz. Das Messinstrument sendet Laserpulse aus und detektiert das vom Objekt zurückgestreute Licht. Aus der Laufzeit der Signale und der Lichtgeschwindigkeit wird die Entfernung zum Objekt berechnet.

Daraus ergeben sich Messdaten von über 90-prozentiger Genauigkeit, sagen die Forscher.

Mathias Disney, University College of London: “Das Messinstrument dreht sich auf dem Stativ um die eigene Achse und feuert Tausende Laserpulse pro Sekunde ab. Es berechnet, welche Distanz der Strahl zurücklegt, bevor er auf das Objekt trifft. Daraus ergibt sich eine dreidimensionale Darstellung der Umgebung rund um das Messinstrument.”

Die Technologie kam vor Kurzem bei einer Studie über die Auswirkungen der Trockenheit im brasilianischen Amazonas-Regenwald zum Einsatz. Dabei wurden rund eintausend Bäume vermessen.