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"Nie wieder": Gedenken an das Grauen des Holocausts

Im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im südpolnischen Ort Oswiecim haben zahlreiche Menschen an die Befreiung des Lagers vor

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"Nie wieder": Gedenken an das Grauen des Holocausts

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Im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im südpolnischen Ort Oswiecim haben zahlreiche Menschen an die Befreiung des Lagers vor genau 70 Jahren erinnert. Sie gedachten außerdem der Millionen Opfer des Holocausts. Mit dabei waren Staats- und Regierungschefs aus fast 50 Ländern, unter ihnen die Bundespräsidenten Deutschlands und Österreichs, Joachim Gauck und Heinz Fischer. Im Zentrum der Veranstaltung standen aber die Überlebenden. Die ehemaligen Insassen Halina Birenbaum, Kazimierz Albin und Roma Kent sprachen vor den Anwesenden. Sie mahnten, dass etwas Derartiges nie wieder geschehen dürfe.

Halina Birenbaum sagte: “Nichts erinnerte einen auch nur entfernt an etwas Menschliches. Man war dort, um nirgendwo sonst in der Welt zu sein, man war da, um zu sterben, in den Dreck getreten zu werden, überschüttet mit Exkrementen und Blut. Ich war in Auschwitz. Zwei Jahre war ich für mich selbst eine Fremde, ich war gefangen in dieser Hölle.”

Der polnische Widerstandskämpfer Kazimierz Albin sagte: “Vom ersten Tag an kämpfte man ununterbrochen um das bloße Überleben. Ein Kampf darum, dem Tod so viele Menschen wie möglich zu stehlen und die menschliche Würde zu erhalten. Die Gnade des Schicksals fügt es, dass ich heute hier bin, vor dem Mahnmal für die Opfer der Nazis. Lasst uns Ihrer mit einem Moment der Stille gedenken.”

Roman Kent sagte: “Die herzzerreißenden Schreie der Kinder, die aus den Armen ihrer Mütter gerissen wurden von den brutalen Folterern werden bis zum Ende meiner Tage in meinen Ohren widerhallen. Wir Überlebende teilen ein gemeinsames Ziel mit künftigen Generationen. Wir Überlebenden wollen nicht, dass unsere Vergangenheit die Zukunft unserer Kinder wird. Wir alle müssen unsere Kinder Toleranz und Verständnis lehren”, forderte Kent. “Wenn ich könnte, würde ich ein elftes Gebot verfügen: Du sollst kein unbeteiligter Zuschauer sein.”

Von den politischen Vertretern sprach einzig Polens Präsident Bronislaw Komorowski. Er bezeichnete Auschwitz als “Hölle von Hass und Gewalt”. Er fügte hinzu: “Erinnern wir uns, wozu der Bruch internationalen Rechts auf Selbstbestimmung führt, das Prinzip der Unverletzbarkeit von Grenzen, Menschenverachtung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen.” Dies wurde als Hinweis auf den Konflikt in der Ukraine gewertet. Der russische Präsident Wladimir Putin nahm nicht an der Gedenkfeier teil.

Der Präsident des Jüdischen Weltverbands, Ronald Lauder, warnte daneben vor einem Wiedererstarken des Antisemitismus. Auch heute würden Juden angegriffen, “in Paris, Budapest, London, sogar Berlin”. Der neue Antisemitismus entstehe oft im Nahen Osten. “Aber er findet fruchtbaren Boden rund um die Welt.”

Auschwitz war das größte der nationalsozialistischen Vernichtungslager. Mindestens 1,1 Millionen Menschen wurden hier ermordet. Am 27. Januar 1945 erreichten Soldaten der Roten Armee das Lager und befreiten die rund 7500 noch lebenden Häftlinge.

Roman Kent in einem Film der Shoah Foundation Steven Spielbergs

Link zur Rede des deutschen Bundespräsidenten Gauck im Bundestag