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Hafen-Privatisierung: Athen will Investoren aus China nicht vergraulen

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Hafen-Privatisierung: Athen will Investoren aus China nicht vergraulen

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Die Entscheidung von Ministerpräsident Alexis Tsipras “beunruhigt uns sehr”, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, Shen Danyang.

“Wir raten der griechischen Regierung, die Rechte und berechtigten Interessen von chinesischen Firmen in Griechenland zu achten.”

Wird gemacht.

Wenige Stunden, nachdem die neue griechische Regierung die Privatisierung des Athener Hafens Piräus auf Eis gelegt hatte, sagte der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis:

“Wir werden weitermachen mit dem, was von der Vorgängerregierung vereinbart worden ist. So einfach ist das. Wir haben sehr enge Kontakte mit China, das wird ganz klar zu Gunsten einer Reihe von Initiativen laufen, die sie begonnen haben.”

Die Privatisierung des Hafens von Piräus war von der früheren Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras vorangetrieben worden. Sie war eine Auflage der internationalen Geldgeber, die Griechenland im Gegenzug hohe Finanzhilfen gewährten.

2008 erwarb der chinesische Staatskonzern COSCO (China Ocean Shipping (Group) Company ) das Betriebsrecht der Container-Terminals 2 und 3 des größten griechischen Hafens – seither wird der Betrieb auch gegen Kritik auf Effizienz gebürstet – und will jetzt auch dem griechischen Staat seine 67 Prozent an der Hafengesellschaft von Piräus abkaufen.

Die Chinesen invesitieren – mit vier Billionen Dollar Devisenreserven im Rücken – bevorzugt in Infrastruktur. Erst im Sommer vergangenen Jahres unterschrieb Chinas Premier Li Keqiang in Athen Verträge im Wert von rund fünf Milliarden Euro.

Symela Touchtidou, euronews:

“Die erste Phase des Privatisierung des Hafens von Piräus ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten des griechische Staates bei der Privatisierung. Seit Beginn im Jahr 2008 hat der Container-Umschlag im Hafen von Piräus um 130 Prozent zugenommen. Aber jetzt hängt scheint’s die Beziehung zwischen der neuen griechischen Regierung und den chinesischen Investoren an einem seidenen Faden.”

su mit Reuters, dpa