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Kunstschnee ohne Chemie

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Wer Ski fährt, möchte weiße Pisten sehen. Damit die zahlenden Urlauber nicht ausbleiben, wird in vielen Skigebieten mit der Schneekanone

Wer Ski fährt, möchte weiße Pisten sehen. Damit die zahlenden Urlauber nicht ausbleiben, wird in vielen Skigebieten mit der Schneekanone nachgeholfen. Das ist teuer und nicht gerade umweltfreundlich. Die gängigen Systeme funktionieren außerdem nicht immer zuverlässig bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Francesco Besana und Fabiano Maturi, zwei Ingenieure aus den italienischen Alpen, haben ein neues Rezept entwickelt, das Wasser binnen weniger Sekunden zunächst in Schneematsch und dann in zarte Flöckchen verwandelt, ganz ohne chemische Zusätze. “Neve XN” heißt der weiße Stoff, ewiger Schnee.

Francesco Besana: “Es gibt zwei große Unterschiede zwischen unserer Maschine und einer herkömmlichen Schneekanone. Erstens verbraucht sie im Vergleich nur ein Zehntel des Stroms. Und zweitens produzierte sie, sobald sie in Betrieb genommen wird, eine konstante Schneemenge, ganz gleich, welche Wetterbedingungen herrschen.”

Hochdruckdampf sorgt im Inneren der Schneekanone für ein Vakuum, das Wasser in Schneeschlamm verwandelt. Im Kontakt mit Sauerstoff beim Austritt in die Luft verwandelt sich dieser in Schneeflocken.

Der Prototyp kann innerhalb von 30 Minuten fast einen halben Kubikmeter Schnee erzeugen. Den dafür nötigen Strom, sagen die Erfinder, könnten nachhaltige Energiequellen wie Sonnenkollektoren oder Biomasse liefern.

Fabiano Maturi: “Unser Ziel ist eine dauerhafte Ski-Saison. Denkbar wären mehrere kleine Schneekanonen entlang der Skipisten, um dort Schnee zu erzeugen, wo er sich rar macht.”

Das System funktioniert bei Temperaturen bis zu 15 Grad Celsius, sagen die Erfinder. Sie arbeiten bereits an einem Modell, das dazu in der Lage ist 5 Kubikmeter Schnee pro Stunde zu erzeugen.