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Das Leben Van Goghs als gemalter Film

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Das Leben Van Goghs als gemalter Film

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“Loving Vincent” ist eine Hommage an Leben und Werk des berühmten Künstlers Van Gogh. Der in liebevoller Handarbeit gemalte Animationsfilm entsteht

“Loving Vincent” ist eine Hommage an Leben und Werk des berühmten Künstlers Van Gogh. Der in liebevoller Handarbeit gemalte Animationsfilm entsteht in Polen.
Die Regisseurin Dorota Kobiela ist selbst Künstlerin. Die Inspiration zu dem Film, sagt sie, waren Van Goghs berühmte Bilder und seine Briefe, vor allem einer.

Dorota Kobiela: “In einem Brief an seinen Bruder schrieb er:’ Wir können nur mit unseren Bildern sprechen.’ Diese Worte waren sehr wichtig für mich und auch der Grund, warum wir diesen Film so machen. Wir erzählen die Geschichte des Künstlers mit seinen Bildern.”

Rund 120 Originalgemälde bilden Vorlage für den Film. Die Handlung basiert auf den gut 800 Briefen, die Van Gogh hinterlassen hat. Der 80-minütige Kunstfilm wird vom preisgekrönten Animationsstudio Breakthru Films in Danzig produziert. Für das Projekt wurden professionelle Maler engagiert, um im Stil von Van Gogh zu malen.

Hugh Welchman, Produzent, Breakthru Films: “Wir brauchen 50 bis 60 Künstler für diesen Film, und jeder von ihnen muss über eine hochkarätige Maltechnik verfügen.”

Von Hugh Welchman und seiner Firma Breakthru Films stammt der preisgekrönte und 2008 mit dem Oscar ausgezeichnete Kurzfilm “Peter und der Wolf” mit der Musik von Sergej Prokofiev.

Bild für Bild entsteht der gemalte Film, insgesamt rund 60.000 Ölbilder. Jeder Pinselstrich muss sitzen.

Piotr Dominiak, Chef-Animator: “Der Animationskünstler nimmt dieses Material als Vorlage und malt die nächste Einstellung über das projizierte Bild. Die Szene wird fotografiert, und der Prozess beginnt von Neuem, Bild für Bild. Nach zwölf Einstellungen haben wir eine Sekunde Film.”

Reine Handarbeit, aber eine wenig technische Schützenhilfe gibt es schon.

Anna Kluza, Malerin: “Das Originalbild wird von dem Projektor hinter mir auf die Leinwand projiziert, das macht es etwas leichter. So kann ich die Hauptlinien erkennen und wohin sie führen. Dann male ich die Konturen so, wie sie sich fortbewegen sollen. Später kann ich vergleichen, ob der Pinselstrich korrekt ist, und die Animation richtig funktioniert.”

Zunächst war nur ein Kurzfilm geplant. Aber angesichts der großen Beliebtheit des Künstlers entschieden sich die Produzenten für Spielfilmlänge.

Sean Bobbit, CEO, Breakthru Films: “Es gibt unglaublich viele Van Gogh Fans, die seine Bilder lieben und sich für sein Leben interessieren. Aber der eigentliche Grund, dafür, dass sich Hugh Welchman für das Spielfilmformat entschied, war eine Ausstellung mit Van Gogh Briefen in London. Die Menschen standen stundenlang Schlange, um seine Briefe zu lesen. Das bedeutet, dass es nicht nur um die Kunst geht, die er erschaffen hat, sondern um ihn als Menschen.”

Dank einer Crowdfunding-Kampagne im vergangenen Jahr kam die für die Ausbildung der beteiligten Künstler benötigte Summe zusammen.

Die Sisyphosarbeit geht weiter. Der Film über das Leben und den mysteriösen Tod des 1890 verstorbenen Males soll Ende nächsten Jahres erscheinen.