Eilmeldung

Eilmeldung

EZB: Geldpolitik aus einem Guss gesucht

Sie lesen gerade:

EZB: Geldpolitik aus einem Guss gesucht

Schriftgrösse Aa Aa

Er gilt als einer der Vordenker und Befürworter des einheitlichen Europäischen Finanzsystems – der gebürtige Ungar Alexandre Lamfalussy, heute 85 Jahre alt und Belgier. (*26. April 1929 in Kapuvár, Ungarn)

Unter seinem Namen trafen sich Zentralbanker in Budapest. Ihr Fazit: Europa braucht endlich eine Geld- und Währungspolitik aus einem Guss.

Der Gouverneur der Ungarischen Nationalbank, Gyorgy Matolcsy:

“Jetzt und hier haben die Gouverneure der Zentralbanken anerkannt, dass das, was wir jetzt brauchen in Europa, in der EU und in der Eurozone ist kein traditionelles ökonomisches Denken oder traditionelle Politik. Was wir brauchen, sind mutige Reformen. Mario Draghi hat ein hervorragendes Programm gestartet. Es beeinflusst vor allem die Länder der Eurozone, aber es wirkt auch außerhalb. Geringere Renditen von Staatsanleihen und mehr Liquidität befördern das Wachstum auch dort.”

Beatrix Asboth, euronews:

“In den 16 Jahren der Euro-Ära ist dies die zweite Deflations-Periode. Seitdem gibt es eine Debatte, ob die gemeinsame Währung in einer Umgebung Erfolg haben kann, in der alle Mitgliedstaaten unterschiedlichen geldpolitischen und politischen Regeln folgen.”

Erst vor ein paar Tagen hieß es von Seiten der Bank of England, also von außerhalb, für den Erfolg des Euro seien gemeinsame Regeln dringend erforderlich.

Benoit Coeuré, Mitglied des Direktoriums der EZB:

“Es ist klar, dass die Eurozone stärkere Regeln braucht, um die vielen verschiedenen geldpolitischen Richtungen unter einen Hut zu bringen. Ein guter Verwaltungsapparat reicht nicht aus, hat Alexandre Lamfalussy mal gesagt. Man braucht Regeln.”