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Flucht vor dem Krieg

Sie sind dem Krieg, der in ihrer Heimat tobt, vorerst entkommen. Unterschlupf gefunden haben sie zunächst in Svyatorhisk, einem Ferienort nördlich

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Sie sind dem Krieg, der in ihrer Heimat tobt, vorerst entkommen. Unterschlupf gefunden haben sie zunächst in Svyatorhisk, einem Ferienort nördlich der ostukrainischen Großstadt Slowjansk. Viele von ihnen stammen aus der Gegend um Debaltsewe, wo seit Tagen heftige Kämpfe toben.

Meinung

Nur in Verhandlungen kann ein Waffenstillstand erreicht werden.

“In den vergangenen Tagen wurden mehr als 2000 Menschen aus dem Kampfgebiet in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes werden ständig Hilfsgüter wie Trinkwasser und Medikamente in die Orte Avdiivka und Debaltsewe geschickt”, so euronews-Reporterin Maria Korenyuk. “Doch die Menschen, die in den Städten entlang der Frontlinie wohnen, berichten, dass die Güter nur in sichere Gegenden gebracht werden und die Menschen in den Vororten außen vor sind. Sie haben die Behörden aufgefordert, sie in Sicherheit zu bringen”, berichtet Korenyuk.

Was angesichts der vertrackten Lage, unter der vor allem die Zivilbevölkerung leidet, zu tun ist, war an diesem Montag Thema einer Sitzung von ukrainischen Abgeordneten.

“Wir müssen handeln”, fordert die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko. “Die Ukraine braucht militärische Hilfe, zum Beispiel durch Schutztruppen an der ukrainisch-russischen Grenze. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen muss sich mit diesem Thema befassen, und es müssen die schärfsten Sanktionen verhängt werden, die möglich sind. Es muss alles getan werden, eine Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs eingeschlossen”, sagt Timoschenko.

Yuri Boyko von der Partei der Regionen plädiert dafür, weiterhin diplomatische Wege zu gehen: “Es müssen Verhandlungen stattfinden. Nur in Verhandlungen kann ein Waffenstillstand erreicht werden. Leider war das Treffen in Minsk nicht erfolgreich, aber das heißt, dass wir unsere Bemühungen weiter verstärken müssen, um diesen Konflikt zu einem friedlichen Ende zu bringen”, so Boyko.

Für viele der Flüchtlinge, die ihre umkämpfte Heimat verlassen mussten, schwindet die Hoffnung, zumindest in Kürze nach Hause zurückkehren zu können.