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London: Streit über Finanzierung der Nacht-U-Bahn

Bürgermeister und Gewerkschaften in London streiten über die Finanzierung der für September angekündigten Nacht-U-Bahn. Wir London von dem Projekt profitieren?

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London: Streit über Finanzierung der Nacht-U-Bahn

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Während London den Nachtbetrieb der U-Bahn testet, ist in der britischen Hauptstadt ein Streit über die Finanzierung des Projekts entflammt. Ab dem 15. September sollen fünf der großen Linien in der Nacht von Freitag und Samstag ausgewählte Stationen im Zentrum der Stadt anfahren. Momentan ist der Verkehr zwischen 1 Uhr und 5 Uhr nachts unterbrochen.

“Das ist eine hervorragende Idee”, sagt ein Londoner. “Ich gehe zwar nicht mehr so lange raus wie früher, als ich noch jünger war, aber dass man sich fortbewegen kann und die Leute nicht mehr spät nachts auf der Straße gelassen werden, finde ich wirklich gut.”

Die Gewerkschaften schlagen jedoch Alarm. Das Projekt sei viel zu teuer und gehe auf Kosten der Angestellten. Sie befürchten neue Kündigungen: Zuletzt wurden hunderte Angestellte der Ticketschalter entlassen. Ein Gewerkschaftssprecher meint: “Zunächst einmal werden sie im ersten Jahr 20 Millionen Pfund Verlust machen. Das muss irgendwie bezahlt werden. Wir befürchten, dass die Finanzierung über Kürzungen in anderen Bereichen und ja auch bei unseren Mitarbeitern, die für London Transport arbeiten, ausgeglichen werden soll.”

Kunden befürchten einen Anstieg der Fahrpreise. Fahrer der Nachtbuslinien fürchten um ihre Jobs. Doch Londons Bürgermeister Boris Johnson wirbt um Unterstützung: Vom Nachtbetrieb der U-Bahn, der sich in einen größeren Plan zur Modernisierung der Londoner Verkehrsmittel einschreibt, werde die Stadt wirtschaftlich profitieren.