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Großbritannien erlaubt "Drei-Eltern-Kinder" um Gendeffekte zu verhindern

Als einziges Land der Welt hat Großbritannien am Dienstag das sogenannte Drei-Eltern-Baby erlaubt. Bei der vom Parlament mit großer Mehrheit

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Großbritannien erlaubt "Drei-Eltern-Kinder" um Gendeffekte zu verhindern

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Als einziges Land der Welt hat Großbritannien am Dienstag das sogenannte Drei-Eltern-Baby erlaubt. Bei der vom Parlament mit großer Mehrheit genehmigten Methode wird bei einer befruchteten Eizelle eines Elternpaares die mitochondriale Erbsubstanz durch die einer Spenderin ersetzt. So sollen schwere Erbkrankheiten vermieden werden.

Meinung

Zum ersten Mal werden wir vorsätzlich das menschliche Erbgut manipulieren.

Gentechnik-Gegner wie Dr. David King, Direktor der NGO “Human Genetics Alert”, sind entsetzt: “Zum ersten Mal werden wir vorsätzlich das menschliche Erbgut manipulieren. In den vergangenen 20 Jahren waren sich Staaten auf der ganzen Welt einig, dies nicht zu tun. Wenn wir erst einmal diese Linie überschritten haben, wird es schwierig aufzuhören und irgendwann gibt es das Designer Baby.”

Erlaubt werden sollen “Drei-Eltern-Kinder” jedoch nur für einen eng umrissenen Kreis von Menschen, deren Zellen einen =bestimmten Defekt== aufweisen – gegenwärtig wenige Dutzend Paare in Großbritannien.

Olivia Seaby, eine von dem Gendeffekt betroffene junge Frau freut sich über die Entscheidung des Parlaments: “Wenn du ein Kind bekommst und dann erfährst, dass es krank ist und dass du ihm diese Krankheit übertragen hast, dann ist das einfach schrecklich für eine Mutter.”

Befürworter der Methode machten deutlich: Die von einer Spenderin stammende DNA, die sogenannten Mitochondrien die auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet werden, enthalten keine charakterbildenden Erbinformationen.
Somit entstehe kein Verwandschaftsverhältnis zur Spenderin. Das Leiden vieler Familien könne so gelindert werden.