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Argentinier demonstrieren für Gerechtigkeit im Fall Nisman

Zahlreiche Argentinier haben am Mittwoch (Ortszeit) in Buenos Aires für eine vollständige Aufklärung des Todes des Sonderermittlers Alberto Nisman demonstriert.

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Argentinier demonstrieren für Gerechtigkeit im Fall Nisman

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In Buenos Aires haben Angehörige der Opfer und Überlebende des Sprengstoffanschlages auf das jüdische Gemeindezentrum für eine vollständige Aufklärung des Todes des Sonderermittlers Alberto Nisman demonstriert. Außerdem verlangten sie die Bestrafung der Schuldigen für den Anschlag aus dem Jahre 1994. Ihnen schlossen sich Gewerkschaftler und Menschenrechtler an.

Meinung

Die Nicht-Nachrichtendienste waren immer auf der Seite der Mächtigen, nicht des Volkes

“Die Nicht-Nachrichtendienste waren immer auf der Seite der Mächtigen, nicht des Volkes. Wir brauchen eine tiefgreifende Reform, nicht nur eine kosmetische Änderung”, verlangte Friedensnobelpreisträger Pérez Esquivel.

“Dieses Muster der Straffreiheit für die Regierung Kirchner gibt es seit 12 Jahren. Sie können die Ermittlungen nicht beenden, bevor alles aufgeklärt ist. Heute haben wir mit dem Tod Nismans eine tiefgreifende politische Krise, die die Straffreiheit für die Attentäter beleuchtet”, meint Laura Ginsberg, deren Mann bei dem Anschlag 1994 getötet worden war.

Die Demonstranten forderten auch die Auflösung des Geheimdienstes und ein Ende der Bespitzelung der Bürger. Im Kongress verzögert die Opposition den Versuch der Regierung den Geheimdienst durch eine neue Behörde zu ersetzen.

Die Staatsanwältin, die den mysteriösen Tod des Sonderermittlers Nisman untersucht, lud den ehemaligen Geheimdienstchef Antonio Stiuso vor. Er hatte zusammen mit Nisman den Sprengstoffanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum untersucht.

Stiuso war im vergangenen Dezember als Geheimdienstchef entlassen worden. Die Regierung sagt, er habe Nisman in die Irre geführt.

Nisman hatte vor seinem Tod Staatspräsidentin Frenández vorgeworfen, die Bestrafung der Attentäter von 1994 verhindern zu wollen und angeblich einen Haftbefehl gegen die Präsidentin entworfen.

Die Opposition vermutet, die Regierung sei in die Ermordung Nismans verstrickt. Präsidentin Fernández wirft der Opposition vor, den Mord an Nisman zu nutzen, um ihr zu schaden. “Sie nutzten ihn lebend und danach benötigten sie ihn tot. Das ist so traurig und fürchterlich”, war eine ihrer Reaktionen auf den Tod Nismans.

Nisman war am 18. Januar mit einem Kopfschuß in seiner Wohnung aufgefunden worden. Schnell hatte die Regierung von Selbstmord gesprochen, dann aber wie die skeptische Öffentlichkeit von Mord.

Bei dem Sprengstoffanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum waren 1994 85 Menschen getötet worden.