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Die wachsende Kraft des Digitalen

Das Potential der digitalen Wirtschaft in Europa ist enorm. Wie groß, das zeigt die Erfolgsgeschichte eines französischen Startups in Paris. Außerdem

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Die wachsende Kraft des Digitalen

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Das Potential der digitalen Wirtschaft in Europa ist enorm. Wie groß, das zeigt die Erfolgsgeschichte eines französischen Startups in Paris. Außerdem sprechen wir mit einem Experten über den Wirtschaftszweig.

Yoopies ist die erste Platform für Babysitter in Europa. Gestartet wurde sie in Frankreich im Jahr 2012. Doch schon jetzt ist das Portal in sieben Sprachen und neun Ländern verfügbar. Es erlaubt die Suche nach Babysittern, bei Bedarf nach bis zu 50 Kriterien wie dem Ort, Referenzen oder Kommentaren anderer Nutzer.

“Die Zeiten, in denen sie das Telefon in die Hand nehmen mussten, um Empfehlungen für gute Babysitter einzuholen, sind vorbei – dank digitalen Netzwerken”, sagt Benjamin Suchar, Gründer und CEO.

Jüngst hat das Startup diversifiziert und sein Angebot auf andere Dienstleistungen ausgeweitet, wie Privatunterricht oder Reinigungsarbeiten. Ziel der Firma ist, die wichtigste Seite dieser Art in Europa werden. Pro Jahr steigen ihre Umsätze um 300 Prozent.”

“Wir sind von drei auf 15 Mitarbeiter gewachsen, von zehn auf 400.000 Babysitter-Profile, haben von Paris erst nach ganz Frankreich und dann Europa expandiert”, erzählt Suchar. “Wir sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und wem verdanken wir das? Einem Computer.”

Viele Veteranen der Szene versuchen, die nächsten Generationen an ihren Einsichten teilhaben zu lassen. Xavier Niel, ein digitaler Pionier der ersten Stunde und bekannter Unternehmer in Frankreich, gründete dazu eine Schule. Das “42” vermittelt jedes Jahr 900 jungen Menschen Qualifikationen für die digitale Welt – gratis und ohne Diplome oder Abschlüsse zu verlangen.

Dort treffen wir Gilles Babinet, einen weiteren Unternehmer, der aus der digitalen Wirtschaft Frankreichs nicht wegzudenken ist. Babinet ist außerdem einer der 28 sogenannten Digitalen Champions der EU – Botschafter des Virtuellen, die kleinen und mittelständische Unternehmen helfen sollen, fit zu werden für die digitale Welt.

“Man fängt klein an, zum Beispiel mit dem Smartphone – wie man damit ins Internet geht oder Dinge lernen kann”, sagt Babinet. “Es sind kleine Kompetenzschritte, neues Wissen, wie man dieses oder jenes System benutzt, damit man leichter mit dieser Revolution zurecht kommt.”

Für den Erfolg in der digitalen Wirtschaft braucht es natürlich eine zündende Idee, aber auch die Fähigkeit, Geldquellen für die Finanzierung zu erschließen. Das Portal für Babysitter beispielsweise erhielt 200.000 Euro von Business-Angels und geht nun in eine zweite Finanzierungsrunde. Es ist ein inzwischen sehr eingeschliffener Prozess.

“Die nötigen Unterlagen sind immer gleich, es gibt ein Format, an das man sich halten sollte”, erklärt Babinet. “Man muss gut zusammenfassen können und gewisse Dinge beachten, um Interesse zu wecken und die Finanzierungsmittel zu beschaffen.”

Yoopie-Gründer Suchar: “Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich, über die eigene Idee zu sprechen, mit zukünftigen Lieferanten, Mitarbeitern, Angestellten und Kunden. In der digitalen Welt entwickelt sich alles sehr schnell. Sprechen sie über ihre Idee!”