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Finanzkrise für Arme

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Finanzkrise für Arme

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Die Finanzkrise hat in Industrie- und
Schwellenländern besonders einkommensschwache Haushalte getroffen und deren soziale Not weiter verschärft. Zu diesem Ergebnis kommt der
Jahresbericht “Das Wachstum fördern”, den die Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu Beginn des G20-Finanzministertreffens in Istanbul vorstellte.

Angel Gurria, Generalsekretär der OECD:

“Das Reformtempo hat sich in der Mehrheit der Industrieländer in den vergangenen zwei Jahren verlangsamt. Die Gefahr ist da, dass wir uns auf langfristig niedriges Wachstum oder ziemlich flaches Wachstum zubewegen. Das ist nicht sehr ermutigend. Es ist dringend angesagt, sich auf die Umsetzung der nationalen G20-Wachstumsstrategien zu konzentrieren.”

Der Internationale Währungsfonds sieht die Weltwirtschaft im Jahr 2015 statt um 3,8 Prozent nur um 3,5 Prozent wachsen, aber immerhin 2 Zehntel Punkte mehr als 2014. Den entwickelten Volkswirtschaften werden plus 2,4 Prozent zugetraut – ein Hauch mehr als bisher gedacht und ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Die Schwellen- und Entwicklungsländer bremsen ab auf plus 4,3 Prozent und enttäuschen die Erwartungen vieler Volkswirte.

Deutschland rät die OECD etwa, Sozialabgaben besonders für Niedrigverdiener zu senken und Frauen Vollzeitarbeit zu ermöglichen.

Die Türkei – sie hat den G20-Vorsitz für das Jahr 2015 – hätte am liebsten verbindliche nationale Investitionsziele. Scheint aber schwierig, das durchzusetzen.

In der türkischen Metropole Istanbul beraten die Finanzminister der G20-Gruppe der wichtigsten
Industrie- und Schwellenländer zwei Tage lang, unter anderem über die Schließung von Steuerschlupflöchern für
multinationale Unternehmen.

su mit dpa