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"Costa Concordia": Ist das Urteil gegen Kapitän Schettino angemessen?

Das Urteil gegen Francesco Schettino, den Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia”, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst

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"Costa Concordia": Ist das Urteil gegen Kapitän Schettino angemessen?

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Das Urteil gegen Francesco Schettino, den Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia”, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Schettino war zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Der 54-Jährige war während des Richterspruches in der toskanischen Stadt Grosseto nicht anwesend, er ließ sich wegen Fieber entschuldigen. Das Gericht sah den Tatbestand der mehrfachen fahrlässigen Tötung für erfüllt. Anwalt Massimiliano Gabrielli, der ehemalige Passagiere der “Costa Concordia” vertritt, bezeichnete die Strafe als zu mild, er kündigte Berufung an. Die Staatsanwaltschaft hatte 26 Jahre Haft gefordert.

Auch Schettinos Rechtsbeistand will das Urteil anfechten. Sein Anwalt Domenico Pepe sagte, die Strafe sei viel zu hoch. Er hatte einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert und argumentiert, die Katastrophe sei ein Unfall gewesen. Für die Dauer der Berufungsverhandlungen bleibt der ehemalige Kapitän des Unglücksschiffes auf freiem Fuß.

Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden, der die Havarie überlebt hatte, sagte der Austria Presse Agentur, er halte das Urteil für angemessen.

In einem Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk kommentierte Hans Reinhardt, ein Anwalt aus Marl, der 30 deutsche Opfer vertritt, das Urteil folgendermaßen: ‘16 Jahre sind schon eine deutliche Ansage. Und das übersteigt das, was die Passagiere erhofft und erwartet hatten. Ich deute das so, dass die Richter ein deutliches Zeichen setzen wollten.’

Die Reederei “Costa Crociere” wurde ebenfalls verurteilt und muss Schadensersatzzahlungen leisten. Die Passagiere sollen jeweils 30.000 Euro erhalten, auch die Insel Giglio soll entschädigt werden.

Bei dem Unglück am 13. Januar 2012 waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Die “Costa Concordia” hatte vor Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Aufnahmen zeigten, dass Schettino das Unglücksschiff trotz seiner Kapitänspflichten vorzeitig verließ. Er selbst gab an, in ein Rettungsboot gefallen zu sein. Lesen Sie hier die Chronik des Unglücks: zum Artikel…