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Griechenland-Krise: Finanzminister suchen in Brüssel den Kompromiss

Die griechische Regierung werde alles tun, um bis Montagabend zu einer Übereinkunft mit den europäischen Partnern zu kommen. Das sagte am Freitag ein

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Griechenland-Krise: Finanzminister suchen in Brüssel den Kompromiss

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Die griechische Regierung werde alles tun, um bis Montagabend zu einer Übereinkunft mit den europäischen Partnern zu kommen. Das sagte am Freitag ein Regierungssprecher.

In Brüssel prüfen beiden Seiten nun, welche Elemente des bisherigen Rettungsplans und der Troika-Auflagen mit dem Wahlauftrag der Tsipras-Regierung vereinbar wären. Griechische Zeitungen titelten am Freitagmorgen optimistisch.

“Zum ersten Mal nehmen sie uns jetzt ernst”, glaubt eine Passantin in Athen. “Ich glaube, wir sind die Sieger in der Sache. Wir sind uns über unsere eigenen Bedingungen klar geworden und haben uns gegen die Ihrigen entschieden.”

“Ich glaube nicht, dass Europa akzeptieren wird, was unsere Regierung verlangt”, meint dagegen ein anderer Passant. “Wir verlangen ein bisschen zu viel und wir haben uns vom Rest der Welt losgesagt, wenn es darum geht, was wir wollen.”

Berlin und beispielsweise auch Helsinki sehen Änderungen kritisch, jedes neue Abkommen müsste dort auch von den Parlamenten ratifiziert werden. Die Skepsis zu den griechischen Bestrebungen bleibt groß, der Konsens in der Eurogruppe dazu breit.

Zum Teil geht es bei den Verhandlungen um semantische Unterscheidungen und zutiefst negative Assoziationen mit Begriffen wie “Sparpolitik” (der englischen “austerity”) – und vor allem “Troika”.

“Wenn unsere griechischen Freunde diesen Begriff aufgeben wollen, dann ist das in Ordnung”, sagte Martin Jäger, Sprecher des deutschen Finanzministeriums. “Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass die Überwachungsfunktion der Drei [EU-Kommission, EZB und IWF] in irgend einer Weise betroffen wäre.

Die eigentlichen Gegensätze wird also auch eine neue Nomenklatur nicht einfach aus der Welt schaffen.

Finanzminister Varoufakis verglich die aktuellen Programme in einem Spiegel-Interview mit der Foltermethode Waterboarding, bei der der Delinquent immer knapp am Herztod gehalten werde. Ein Schuldenschnitt sei für alle Beteiligten die günstigste Lösung, so Varoufakis.

Berlin und die Euro-Partner schlagen hingegen eine Verlängerung der aktuellen Programme um einige Monate vor, um bis dann eine neue Strategie zu formulieren.