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Attentäter von Kopenhagen kam frisch aus dem Gefängnis

Wieder wird in einer europäischen Hauptstadt die Meinungsfreiheit und ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Opfer eines Anschlags. Und wieder ist der Täter polizeibekannt.

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Die dänische Polizei hat im Rahmen der Ermittlungen zu den Attentaten von Kopenhagen zwei Verdächtige festgenommen. Sie sollen mit den Schüssen auf ein Internetcafé, in dem eine Diskussionsrunde zur Gotteslästerung und Meinungsfreiheit stattfand sowie auf eine Synagoge in Verbindung stehen. Bei den Angriffen am Samstag kamen insgesamt zwei Menschen ums Leben, fünf Polizisten wurden verletzt.

Der Täter, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde, war offenbar erst vor zwei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war der Polizei unter anderem durch Gewaltdelikte und Verstöße gegen das Waffengesetz bekannt. Der 22-Jährige wurde in Dänemark geboren und war zuvor im Bandenmilieu aufgefallen, teilten die Ermittler mit.

Die Schüsse auf das Kulturcafé, durch die der Filmregisseur Finn Nørgaard getötet wurde, könnten dem schwedischen Zeichner Lars Vilks gegolten haben. Er stand wiederholt wegen Mohammed-Karikaturen in der Kritik und war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Der Schütze soll mit einer automatischen Waffe etwa 40 Mal von draußen auf den Veranstaltungsort gefeuert haben. Vilks blieb bei den Angriff am Samstag unverletzt.

Vor einer Synagoge in der Innenstadt Kopenhagens tötete offenbar derselbe Attentäter am Sonntag, rund 10 Stunden später, einen jüdischen Wachmann. Zwei Polizisten wurden verletzt. In der Synagoge fand zum Tatzeitpunkt ein Gottesdienst statt, an dem rund 80 Personen teilnahmen. Die Polizei geht davon aus, dass der Attentäter von Kopenhagen von den Anschlägen auf “Charlie Hebdo” in Paris Anfang Januar inspiriert war.