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Berlinale 2015: Schlusspunkt mit politischer Aussage

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Berlinale 2015: Schlusspunkt mit politischer Aussage

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Die 65. Internationalen Filmfestspiele von Berlin sind Geschichte. Stars und Sternchen gaben sich auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am

Die 65. Internationalen Filmfestspiele von Berlin sind Geschichte. Stars und Sternchen gaben sich auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz die Klinke in die Hand.

Mehr als 400 Filme wurden gezeigt, für die über 300.000 Eintrittskarten abgesetzt wurden. Festspieldirektor Dieter Kosslick war zufrieden: “Der Wettergott hat bei uns mitgemacht, ansonsten war es eine schöne Berlinale für mich, weil es sehr, sehr unterschiedliche Filme gab – mit sehr, sehr unterschiedlichen Arten, wie sie gemacht worden sind”, sagte er.

US-Regisseur Darren Aronofsky saß der internationalen Jury vor. Auch der deutsche Schauspieler Daniel Brühl gehörte zum siebenköpfigen Gremium, das unter anderem den Goldenen Bären für den besten Film vergab: Jafar Panahi konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, der iranische Filmmacher darf sein Land nicht verlassen. Seine Nichte bekam den Goldenen Bären stellvertretend überreicht. Den Film “Taxi” musste Panahi wegen eines Arbeitsverbotes in seiner Heimat heimlich drehen. Er zeigt Alltagsprobleme der Iraner. “Taxis” Triumph in Berlin darf auch als politische Aussage der Jury gewertet werden, die auf diese Weise Stellung für die künstlerische Freiheit bezog.

Doppelsieg in der Kategorie “Beste Regie”

Einen Silbernen Bären für die “Beste Regie” erhielt die Polin Malgorzata Szumowska für ihren Film “Body”. Das Werk handelt von einem Forensiker und seiner magersüchtigen Tochter. “Der Film ist traurig, zugleich aber sehr lustig. Man könnte von einer schwarzen Komödie sprechen, einer schwarzen Komödie über Polen”, so Szumowska.

Und auch der Rumäne Radu Jude gewann in der Kategorie “Beste Regie”.
Sein Werk “Aferim!”, was auf Deutsch “Bravo!” bedeutet, spielt im Jahr 1835. Es geht um Toleranz, um Sklaverei, um Diskriminierung. Der Film ist in Schwarz-Weiß gedreht und erinnert an einen Western.

“45-Years”-Darsteller räumen ab

Einen Silbernen Bären als bester Darsteller erhielt der Brite Tom Courtenay für seine Rolle in “45 Years”, seine Filmpartnerin Charlotte Rampling wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. “45 Years” feierte in Berlin Weltpremiere und zeigt eine Ehe, die kurz vor dem 45. Hochzeitstag in die Brüche geht. Das Paar wird von der Vergangenheit eingeholt, als die Leiche einer ehemaligen Freundin des Ehemannes auftaucht. Und man redet einfach nicht mehr miteinander:

“Ganz genau, der Status quo ist das Wichtigste, man kramt selten in der Vergangenheit, um etwas herauszufinden”, sagte Rampling. Courtenay ergänzte: “In Seifenopern lernen wir, dass wir immer reden müssen. In Wirklichkeit ist das aber nicht der Fall. Da reden Frauen viel mehr als Männer.”

Mexikanischer Film “600 Millas” bestes Erstlingswerk

Olga Kurylenkos Auftritt auf dem roten Teppich sorgte für ein Blitzlichtgewitter. Die Ukrainerin saß gemeinsam mit dem Mexikaner Fernando Eimbcke sowie dem US-Amerikaner Joshua Oppenheimer in der Jury für den ‘Preis Bester Erstlingsfilm’.

“Wie ist das, Filme anderer Leute zu beurteilen?”, fragte euronews-Filmexperte Wolfgang Spindler. “Das ist interessant, weil man eine Menge lernt. Ich habe die Erfahrung genossen”, so Kurylenko. “Es hat mir Anregungen gegeben, weil ich im Moment mein eigenes Drehbuch schreibe. Es hat mir geholfen zu verstehen, was man manchmal nicht machen kann – das ist gut für mich”, erläuterte die Ukrainerin.

Kurylenko und ihre Jury-Kollegen entschieden sich schließlich für den mexikanischen Beitrag “600 Millas” von Gabriel Ripstein. Der Film zeigt einen jungen mexikanischen Schmuggler, der von einem US-Agenten verfolgt wird.

“Das war’s aus Berlin, die 65. Berlinale ist zu Ende. Der Präsident der internationalen Jury, Darren Aronofsky, hat während der Preisverleihung mehrmals die Qualität der Wettbewerbsfilme gelobt. Der muss es ja wissen, ist er doch selbst ein Filmregisseur, dessen Filme viele internationale Preise gewonnen haben”, lautet das Fazit von Wolfgang Spindler.

Alle Preisträger der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin…