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"Putin nein, Europa ja": Protest in Budapest vor Besuch des Kreml-Chefs

Der geplante Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Budapest am Dienstag hat im Vorfeld für Protest gegen die Regierung gesorgt. Die

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"Putin nein, Europa ja": Protest in Budapest vor Besuch des Kreml-Chefs

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Der geplante Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Budapest am Dienstag hat im Vorfeld für Protest gegen die Regierung gesorgt. Die Verhältnisse zwischen Moskau und Budapest gelten als sehr gut. Die Demonstranten liefen symbolisch vom Ostbahnhof zum Westbahnhof – sie wünschen sich eine Hinkehr zum Westen vielmehr als eine Verbündung mit dem Osten und Russland. In Sprechchören riefen Demonstranten “Putin nein – Europa ja”. Einige forderten den Rücktritt von Ministerpräsidente Viktor Orban, der ihrer Meinung nach die Interessen des Volkes nicht repräsentiert.

Der Kreml-Chef kommt heute zu bilateralen Gesprächen nach Budapest. Zu den Verhandlungsthemen mit Orban zählen russische Gaslieferungen an Ungarn, sowie der Bau eines russichen Kernkraftwerks in auf ungarischem Boden – ein Projekt, dass Putin und Orban bereits im vergangenen Jahr beschlossen.

Sowohl Orban als auch Putin regieren mit einer großen Mehrheit, jedoch sinkt Orbans Rückhalt in der Gesellschaft: Um zehn Prozentpunkte im November und Dezember. Er hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass das Ungarn, dass seine Partei aufbaut, ‘kein liberaler Staat’ sei. Ein Demonstrant zieht Parallelen: “Es gibt keine Kontrollmechanismen in den beiden Ländern, darauf wollen wir aufmerksam machen. In Russland schon garnicht. Wo ist dort die Opposition? Gibt es eine? Gibt es dort faire Wahlen? Nein. Hier in Ungarn gibt es Wahlen aber wir sind weit entfernt von einem politischen Gleichgewicht”.

Vor allem die junge Generation wünscht sich eine Hinwendung zu Europa. Eine junge Frau zieht als Ausweg Auswanderung in Betracht: “Ich bin noch jung und ich will gerne in Ungarn bleiben, es ist meine Heimat. Aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Ich will nicht, dass schlimme Dinge passieren. Aber wenn alles in die falsche Richtung läuft, dann werde ich von hier weg gehen, auch wenn ich das eigentlich nicht will.

Unser Korrespondent Attila Magyar erklärt: “Die russisch-ungarischen Beziehungen waren wegen der gemeinsamen Geschichte nie ganz geradlinig. Doch noch vor einigen Jahren, während des russisch-georgischen Konflikts, hat der heutige ungarische Außenminister mit einem Transparent protestiert, auf dem stand: “Russen geht nach Hause” – seitdem, so scheint es, hat die Regierung ihre Position deutlich geändert.”