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Anschläge von Kopenhagen, Paris, Brüssel: Alle Täter waren den Behörden bekannt

Auch die jüngsten Attacken in Dänemark haben es wieder gezeigt: Kopenhagen, Paris, Sydney, Ottawa, Brüssel, die Anschläge verlaufen fast immer nach

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Anschläge von Kopenhagen, Paris, Brüssel: Alle Täter waren den Behörden bekannt

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Auch die jüngsten Attacken in Dänemark haben es wieder gezeigt: Kopenhagen, Paris, Sydney, Ottawa, Brüssel, die Anschläge verlaufen fast immer nach dem gleichen Schema. Und: Es sind vorwiegend “einsame Wölfe”, die sie verüben. Fast alle waren sie der Polizei bekannt.

Der Attentäter von Kopenhagen soll Medienberichten zufolge 22 Jahre alt und in Dänemark in einem palästinensichen Elternhaus geboren sein. Auch er habe sich während eines Gefängnisaufenthalts radikalisiert, heisst es. Michael Milo, einer seiner Freunde, beschreibt ihn so: “Er war gut in der Schule, und er war intelligent. Ich denke, er hatte etwas zuviele ‘große Ideen’ im Kopf. Am Ende musste er ihnen einfach folgen. Er versuchte auch mich davon zu überzeugen, dass ich diesen Vorstellungen folge. Er hat mir einen Ausschnitt aus dem Koran gegeben, damit ich ihn zuhause studiere.”

Amedy Coulibaly, 32 Jahre alt, mehrere Gefängnisaufenthalte wegen verschiedener Straftaten. Aufgewachsen ist er in den trostlosen Vororten von Paris. Am 9. Januar nimmt er in einem koscheren Supermarkt in der französischen Hauptstadt mehrere jüdische Geiseln. Die Schießerei in der Redaktion des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo”. Am 7. Januar töten die Brüder Chérif und Said Kouachi, 32 und 34 Jahre alt, elf Menschen. Die Bilanz der Anschläge: insgesamt 20 Tote in drei Tagen. Auch die Kouachis waren den Behörden bekannt.

Claude Moniquet, Experte für Strategie und Sicherheit, warnt: “In der Vergangenheit hatten wir ein paar hundert gewaltbereite Leute in ganz Europa. Heute gibt es mindestens ein paar hundert in jedem Land. Das sind tausende gefährliche Leute in Europa.”

Das Problem existiert auch andernorts. Am 15. Dezember vergangenen Jahres nimmt Man Haron Monis, ein 50-jähriger in Australien im Asyl lebender gebürtiger Iraner, mehrere Geiseln in einem Café in Sydney. Bei der Befreiung der Geiseln wird der selbsternannte Hassprediger getötet, zwei weitere Menschen finden ebenfalls den Tod. Auch Monis war den australischen Behörden bekannt.