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Australische Groschenhefte: Schurken und dralle Blondinen

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Australische Groschenhefte: Schurken und dralle Blondinen

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In Sydney ist eine Ausstellung den australischen Groschenheften gewidmet. Diese florierten vor allem in den 1940er Jahren. Damals schränkte die

In Sydney ist eine Ausstellung den australischen Groschenheften gewidmet. Diese florierten vor allem in den 1940er Jahren. Damals schränkte die australische Regierung wegen einer Dollar-Knappheit den Handel ein. So kam es, dass keine amerikanischen Comic-Hefte und Liebesromane mehr importiert wurden.

Meinung

Sie packten so viel Sex in die Hefte wie nur möglich

Australische Verleger ergriffen die Gelegenheit beim Schopfe und brachten ihre eigenen Groschenhefte auf den Markt.

Krimiautor Peter Doyle sagt: “Warum sollen wir diesen Schund aus den USA kaufen? Wir können selber sehr guten Schund hier in Australien produzieren. Und sobald sie die Gelegenheit dazu hatten, taten die Verleger genau das.”

Die Frauen-Charaktere waren Stereotype erzählt Rachel Franks, die Kuratorin der Staatsbibliothek: “Die Frauen waren entweder femme fatale – also blond, drall und sehr verführerisch oder sie waren Opfer in sehr gewaltreichen Geschichten.”

Verruchte Geschichten mit viel Gewalt und Sex, doch die Verleger waren vorsichtig und schlugen nie über die Stränge, um Verbot und Zensur zu entgehen. “Es war ein harter Konkurrenzkampf und sie packten so viel Sex in die Hefte wie nur möglich, aber ohne Probleme mit Polizei oder Zensur zu bekommen,” so Doyle.

Die Glanzzeit der australischen Groschenhefte währte nicht lange. Als der Fernseher in den Wohnzimmern Einzug hielt, sank die Nachfrage drastisch.

Die Ausstellung läuft bis zum 10. Mai.