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Der Darfur-Konflikt - Herkulesaufgabe für Hilfsorganisationen

In der Region Darfur im Westen der afrikanischen Republik Sudan ist im Jahr 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Volksgruppen und der

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Der Darfur-Konflikt - Herkulesaufgabe für Hilfsorganisationen

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In der Region Darfur im Westen der afrikanischen Republik Sudan ist im Jahr 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Volksgruppen und der arabisch dominierten Regierung in der Hauptstadt Khartum entbrannt. Mehrere Millionen Menschen wurden seither vertrieben und Hunderttausende getötet.

Das Bürgerkriegsland wird seit Jahrzehnten von einem diktatorischen Regime geführt. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist in Personalunion Präsident Umar Hasan Ahmad al-Baschir.

Internationalen Helfern werden oft Steine in den Weg gelegt und sie haben keinen Zugang zu vielen Gebieten.

Zuletzt zog im Januar 2015 die Hilfsorganisation
“Ärzte ohne Grenzen” Konsequenzen.
Wegen gravierender Probleme mit den Behörden und
erheblicher Behinderungen ihrer Arbeit gab die belgische Sektion von “Ärzte ohne Grenzen” (MSF) ihren Rückzug aus dem Sudan bekannt.

Für die Region ein weiterer Rückschlag, denn die Möglichkeiten humanitärer Hilfe galten ohnehin schon als katastrophal und sie verschlechtern sich jetzt weiter.

Die sudanesische Regierung kontrolliert internationale Hilfsorganisationen streng. Differenzen mit sudanesischen Behörden hatten und haben oft eine Einstellung der Arbeit für mehrere Monate zur Folge.

Für Hilfsmaßnahmen in Darfur bzw. für sudanesische Flüchtlinge in Nachbarländern wie Tschad, Südsudan oder Äthiopien stellte das deutsche Auswärtige Amt im Jahr 2014 nach eigenen Angaben 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. Zwei weitere Millionen seien in Planung.

Sudanesische Flüchtlinge versuchen auch im Ausland auf die katastrophale Lage in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen.

So geschehen am 11.02.2015 in Berlin, als mehrere Sudaner die Botschaft ihres Heimatlandes vorübergehend besetzten.

Sie warfen der deutschen Regierung vor, mit den Machthabern im Sudan Kontakte zu pflegen, obwohl gegen Staatsoberhaupt Omar al-Bashir ein Haftbefehl des Internationalen Gerichtshofs wegen Völkermordes
vorliegt.

Auf einem Banner, das die zehn Demonstranten
an der Botschaft angebracht hatten, war zu lesen:
“Menschenrechtsverbrecher al-Bashir – vor den Gerichtshof”.

Nach der dreistündigen Protestaktion verließen die Demonstranten das Gebäude nach Angaben
der Polizei freiwillig.