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Poroschenko nicht mehr grundsätzlich gegen Friedenstruppen

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko lehnt die Entsendung von internationalen Friedenstruppen in die Krisenregion in der Ostukraine nicht mehr

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Poroschenko nicht mehr grundsätzlich gegen Friedenstruppen

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko lehnt die Entsendung von internationalen Friedenstruppen in die Krisenregion in der Ostukraine nicht mehr grundsätzlich ab. Bei einem Treffen mit der Führung der Streitkräfte sagte Poroschenko, man sollte darüber nachdenken eventuell nach dem Muster der Eulex-Mission im Kosovo. Er bestätigte den Abzug von Regierungseinheiten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewe.

Bei einem Besuch an der Front sagte Poroschenko: “Unsere Soldaten haben sich nach Plan und sehr diszipliniert zurückgezogen. Wir haben alle schweren Waffen abgezogen. Panzer, Granatwerfer, die schweren Transport-LKWs, alles haben die Soldaten mitgenommen. Wir haben neue Stellungen bezogen.” Nach Angaben des Vize-Generalstabschefs der Donezker Volkswehr, Eduard Basurin, gab es aber keinen gut organisierten Rückzug mit Waffen und Technik der ukrainischen Streitkräfte.

Auch die Rebellen hatten erklärt, sie seien bereit, sich zurückzuziehen. Trotz des Minsker Abkommens ist allerdings die Stadt Debalzewe von den Rebellen eingenommen worden. Ein ukrainischer Soldat erzählt, seine Einheit habe Debalzewe am Morgen verlassen. “Ich weiß nicht, was mit den anderen Truppen ist, aber wir sind jedenfalls abgezogen. Wir haben das erst in der Früh erfahren. Da hat man uns den Befehl gegeben. Einige sind auf der Basis geblieben und legen dort Minen, damit die Separatisten davon nicht profitieren können.”

Der Abzug ukrainischer Soldaten aus dem umkämpften Debalzewo ist ein schwerer Rückschlag für die Führung in Kiew. Zugleich nährt er Hoffnungen auf eine Deeskalation.